Ehemaliger Milchlandpreis-Gewinner wirbt mit Klimabilanz erfolgreich für mehr Nachhaltigkeit

Gerd Horsink im Radiointerview

08. Januar 2021

Die Landwirtschaft arbeitet daran, den Ausstoß an Treibhausgasen weiter zu senken. Ein Schlüssel dazu können Klimabilanzen sein, wie sie sich etwa Milchbauer Gerd Horsink aus Niedersachsen für seinen Hof erstellen ließ.

Mit der Klimabilanz kann Gerd Horsink die genauen Emissionen seines Betriebes nicht nur benennen, sondern auch Einsparmöglichkeiten erkennen. Mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt sich Horsink, der einen Milchbetrieb mit rund 130 Hektar und 190 Kühen bewirtschaftet, schon lange: Auf dem Videoportal My KuhTube zeigen er und andere Milchbauern ihren Alltag hinter den „Kuh-lissen“. Ob Stallbau oder Energiebilanz, Horsink hat die Kamera immer dabei. Die Familie Horsink wurde darüber hinaus mit ihrem Milchbetrieb in der Nähe von Nordhorn bereits dreimal als Top-Milcherzeuger prämiert. 2003 erhielt sie beim Milchlandpreis sogar die Goldene Olga – eine Auszeichnung für nachhaltiges Wirtschaften, die in 2020 von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft e. V. (LVN) bereits zum 20. Mal verliehen wurde.

Gerd Horsink
Gerd Horsink auf seinem Milchbetrieb in der Nähe von Nordhorn
(Foto: A. Dittmer).

Im Dezember berichtete Gerd Horsink in einem Radiointerview über seine Erfahrungen: „Tu Gutes und sprich darüber! – Wie Landwirte zum Klimaschutz beitragen“. Horsink entschied sich 2017 für die Erstellung einer Klimabilanz über die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, um einzuschätzen, wie gut er im Vergleich zu anderen Betrieben in puncto Nachhaltigkeit dasteht und seinen CO2-Fußabdruck mit gezielten Maßnahmen verkleinern kann.

Das Ergebnis der Klimabilanz zeigte, dass Horsink bereits besser als der Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe war. Hier wirkte sich vor allem eine eigene Biogasanlage positiv aus. Im nächsten Schritt prüfte und verbesserte er die Bereiche, in denen noch Einsparpotenzial vorhanden war. Dank optimierter Abläufe sank der Stromverbrauch, eine neue Photovoltaikanlage versorgt den Hof nun mit grünem Strom. Durch die gasdichte Güllelagerung und spätere bodennahe Ausbringung auf dem Feld werden zudem weniger Emissionen freigesetzt. Ein positiver Nebeneffekt: Das Drehen an kleinen Stellschrauben zog gleichzeitig Kostensenkungen und eine Gewinnsteigerung nach sich.

Allerdings sind nicht immer alle gewünschten Initiativen realisierbar. Zur Eiweißversorgung füttert Horsink seinen Kühen unter anderem auch Sojaextraktionsschrot. Dies stammt zwar aus zertifiziertem Anbau, trotzdem würde er es gerne durch Raps vom eigenen Feld ersetzen. Doch dadurch würde später die Biogasanlage Schwierigkeiten mit den höheren Schwefelgehalten erhalten. Gerd Horsink sucht daher weiter nach Wegen, Treibhausgase einzusparen: „Wir möchten unseren Teil zum Klimaschutz beitragen und bleiben dran.“ Aber: „Wir liefern Qualitätslebensmittel. Das geht nicht ganz ohne Emissionen.“

djd/LVN

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