ife: Preise im Aufwärtstrend

Weiter steigende Milchmärkte in der EU

04. Oktober 2019

Der Kieler Rohstoffwert für Milch ist im September auf 31,4 Ct/kg gestiegen. Die Tendenz ist weiter steigend. Die Preise für Milchpulver haben wesentlichen Anteil daran, aber auch lose Butter ist teurer geworden.

Milch im Glas
©New Africa/AdobeStock

Das Institut für Ernährungswirtschaft (ife) erwartet in den kommenden Monaten festere Märkte und führt dies in seinem Dairy Newsletter 09/2019 wie folgt aus: „Zwar ist der September die Zeit der in europäischen Breiten durch zunehmenden Nebel gekennzeichneten Wetterlage, bei der Marktlage wird die Sicht dagegen klarer: Die wichtigsten Indikatoren für die weitere Preisentwicklung am Milchmarkt zeigen jetzt wieder nach oben. Der Kieler Rohstoffwert für Milch ist im September auf 31,4 Ct/kg gestiegen, nachdem er im August unter die 30 Ct-Schwelle gerutscht war. Die Tendenz ist weiter steigend. Die Preise für Milchpulver haben wesentlichen Anteil daran; aber auch lose Butter ist teurer geworden, so dass auch bald mit höheren Preisen im Einzelhandel zu rechnen ist. Am Spotmarkt werden inzwischen wieder Erlöse erzielt, die deutlich über den Kieler Rohmilchwert hinausgehen, nachdem sie längere Zeit deutlich zurückgeblieben waren. Auch die internationalen Märkte stützen die Einschätzung weiter steigender Milchmärkte in der EU.“

Das ife unterstützt die Einschätzungen aufgrund folgender Markterwartungen:
Zum einen rechnen die Marktexperten mit einer stagnierenden Milcherzeugung in den weltweit wichtigsten Milchexportländern. Sowohl für die USA als auch Ozeanien rechnen die Experten eher mit einer verhaltenen Milchproduktion. Insbesondere für die  USA  werden sinkende Kuhbestände und die schwierige Futterversorgung als Ursachen genannt.

Die zunehmenden Bestandsauflösungen bei Magermilchpulver sowie die erwartete Auflösung privat eingelagerter Butterbestände (aufgrund steigender Preise am Fettmarkt) werden von den Experten als weitere Marktindikatoren genannt. Es wird damit gerechnet, dass die Märkte bis Jahresende mit einem stagnierenden bis verringerten Angebot auskommen müssen.

Weiter zeichnet das ife-Institut einen Exportmarkt, der von einem wachsenden Bedarf an Magermilchpulver, Käse und Butter geprägt sein wird. Die internationale Nachfrage wird sich laut ife insbesondere auf das Angebot aus Europa konzentrieren müssen, da andere „Anbietermärkte“ eher mit stagnierenden oder schrumpfenden Angebotsmengen zu kämpfen haben.

Zum Abschluss des Newsletters verweisen die Experten auf die Warenterminbörse Milch (WTB). Anhand der jüngsten Entwicklungen an der WTB und beim Global Dairy Trade Tender wird deutlich, dass sich auch dort die Marktbeteiligten auf festere Preisentwicklungen einstellen.

Ife/LVN

Ansprechpartner für diesen Bereich

Frank Feuerriegel
Dipl. - Ing. Milch- und Molkereiwirtschaft Geschäftsführer
Hannover
0511 85653-10
Michael Gebhardt
Dipl.-Ing. (FH) Milchwirtschaftliche Lebensmitteltechnologie Markt und Qualität
Hannover
0511 85653-33
gebhardt@milchland.de

Das könnte Sie auch interessieren