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Milcheiweißallergie

Begriffsdefinition

Bei einer Milcheiweißallergie (oder auch Kuhmilcheiweißallergie) reagiert der Körper empfindlich auf einen oder mehrere Bestandteile des Milcheiweißes. Das Immunsystem entwickelt eine Abwehrreaktion und richtet sich gegen die Milcheiweiße, die normalerweise nicht schädlich sind.

Die Milcheiweißallergie ist die häufigste festgestellte Lebensmittelallergie bei Säuglingen und Kleinkindern. Meist bildet sie sich aber bis zum Schuleintritt von selbst zurück und ist daher im Erwachsenenalter eher selten.

Je nach Eiweißbestandteil unterscheidet man verschiedene Formen der Milcheiweißallergie3:

  • Milchallergie auf Kaseine der Milch
  • Milchallergie auf Molkeneiweiße der Milch
  • häufig: Mischform aus beiden Milchallergien

Nicht zu verwechseln ist die Milcheiweißallergie mit der Laktoseintoleranz.2

Was steckt dahinter?

Milcheiweiß besteht aus verschiedenen Fraktionen. Vereinfacht gesagt, kann man Milcheiweiß in Kaseine und Molkenproteine einteilen.

Nicht jeder Allergiker reagiert auf alle Eiweiße, daher ist wichtig herauszufinden, auf welche Bestandteile der Körper reagiert.

Das Molkenprotein ist kuhspezifisch, d.h. eine allergische Reaktion auf Molkenprotein ist auf Kuhmilch begrenzt. Der Allergiker hat daher die Möglichkeit auf Ziegen-, Schaf-, oder Stutenmilch auszuweichen.

Kasein ist nicht tierartspezifisch. Wenn also eine Allergie gegen Kasein vorliegt, müssen alle Milcharten vermieden werden.

Meistens liegt aber eine Kombination aus beidem vor, sodass Milch- und Milchprodukte komplett vermieden werden müssen.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Milcheiweißallergie ist es hilfreich ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen, welches der Ärztin oder dem Arzt schon wichtige Hinweise liefern kann. Zur sicheren Diagnose ist es ratsam eine Blutuntersuchung auf IgE-Antikörper zu veranlassen sowie eine Eliminationsdiät mit anschließender Provokation durchzuführen. Bei der Eliminationsdiät werden im ersten Schritt die möglicherweise allergieauslösenden Nahrungsmittel für einen bestimmten Zeitraum in der Ernährung gänzlich gemieden („Elimination). Im zweiten Schritt wird das Lebensmittel unter ärztlicher Aufsicht verzehrt und die Reaktion des Körpers beobachtet („Provokation). So kann herausgefunden werden, welche Lebensmittel genau die allergischen Reaktionen auslösen.1

Ernährung bei Milcheiweißallergie

Die Ausprägung der Milcheiweißallergie ist individuell sehr verschieden. Je nach Stärke und Ausprägung der Allergie muss daher auf eine mehr oder weniger breite Palette an Milchprodukten verzichtet werden. Bedacht werden sollte, dass neben den üblichen Milchprodukten auch andere verpackte Lebensmittel Milchbestandteile enthalten können. Folgende Begriffe auf Verpackungen können auf die Verwendung von Kuhmilch hinweisen: Milchpulver, Molke, Molkepulver, Milcheiweiß (-protein), Molkeeiweiß, Casein (Kasein), Caseinate (Kaseinate), Lactalbumin, Lactoglobulin.

Hitzeeinwirkungen beeinflussen häufig die Verträglichkeit von Milch- und Milchprodukten. Viele Milcheiweißallergiker vertragen erhitze Milch (H-Milch) oder Backwaren mit Milch wie Kuchen oder Kekse.

Da Milch- und Milchprodukte unseren Körper mit Kalzium versorgen, sollte darauf geachtet werden ausreichend Kalzium durch andere Lebensmittel aufzunehmen. Neben Milch- und Milchprodukten sind grüne Gemüsearten wie Brokkoli und Grünkohl eine Alternative. Auch über Mineralwasser kann Kalzium aufgenommen werden. Jedoch reicht die in Mineralwasser enthaltene Kalziummenge meist nicht, um den Bedarf zu decken.


Quellen:

1öffentliches Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at., 2023); Allergie auf Milch

2Dialog-milch (2017); Milcheiweißallergie und Laktoseintoleranz – Wo liegt der Unterschied?

3Deutsches Ernährungsberatungs- und informationsnetz (DEBInet, Stand 2023); Nahrungsmittelallergien-Milcheiweißallergien