Sind Technik und Tierwohl vereinbar?

Für die Kühe: Komfort, Gesundheit, Wohlbehagen

Die meisten der rund 786.000 Kühe in Niedersachsen werden in Herden zwischen 20 und 200 Tieren gehalten. Nur ein Prozent der Kühe steht in Herden mit bis zu 19 Kühen, drei Prozent in Herden von 500 und mehr Kühen. Geht es den Kühen in den kleinen Herden besser als in den großen? Oder umgekehrt?

Durch nichts zu ersetzen: Der regelmäßige aufmerksame Blick auf die Milchkuhherde und die Jungtiere (Foto: Marco Grundt)

Ausschlaggebend für das Wohlbefinden ist nicht die Größe der Herde, sondern das Herden- und Gesundheitsmanagement: die intensive, regelmäßige Beobachtung und Betreuung des gesamten Tierbestandes. Unverzichtbar für Milcherzeuger ist es, mindestens zweimal täglich beim Gang durch den Stall oder über die Weide die Tiere genau zu kontrollieren. Neben der eigenen Herdenbetreuung bindet der Großteil der niedersächsischen Milcherzeuger regelmäßig einen Tierarzt zur fachlichen Unterstützung ein.

Digitale Technik ist in immer mehr niedersächsischen Kuhställen in wachsendem Umfang im Einsatz – zum Wohl von Mensch und Kuh. Viele Milcherzeuger nutzen spezielle Software zur Unterstützung des Herdenmanagements. Daten der Kuh – wie Name, Alter, Anzahl der Kalbungen, Trächtigkeit, mögliche Krankheiten oder Termine zur Klauenpflege – werden auf diese Weise digital gespeichert und verwaltet. Alle Informationen sind damit schnell verfügbar.

Über Sender zum Beispiel im Halsband können die Kühe ihr Kraftfutter am Futterautomaten abrufen. Diese Sender übermitteln auch Aktivitätsdaten der Kühe an den Computer oder das Smartphone des Milcherzeugers. Ihre Auswertung ist eine hilfreiche Ergänzung zu den eigenen Beobachtungen, wie Sven aus der Region Hannover erklärt:

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Immer mehr Milcherzeuger nutzen Melkroboter. Sie ermöglichen es den Kühen, selbst zu entscheiden, wann sie zum Melken gehen. Außerdem vermeiden sie Wartezeiten vor dem Melkstand, wie sie bei festen Melkzeiten vorkommen. Mehr Freiheit für Kühe und Landwirte bedeutet auch der Einsatz von Futterrobotern. Sie fahren langsam über den sogenannten Futtertisch – den Gang in der Mitte des Stalls, auf dem das Grundfutter liegt. Beim Fressen schubsen die Kühe das Futter von sich weg und erreichen es dann nicht mehr. Der Roboter schiebt es mehrmals am Tag und in der Nacht wieder zu ihnen hin. So ist Fressen rund um die Uhr möglich.

Kühe wühlen gerne im Futter herum und schubsen es außer Reichweite. Der Roboter schiebt das Futter regelmäßig zurück zu den Kühen. Dieser hier wiegt rund eine Tonne und ist in seiner gemächlichen Arbeit durch nichts zu erschüttern – auch nicht durch schubsende Kuhnasen.

Ein optimales Zusammenwirken von Mensch und Technik im Herdenmanagement gewährleistet ein hohes Maß an Wohlbefinden der Kühe. Während kleinere Herden andere Anforderungen stellen als große, ist das Ziel immer gleich: Gesunde und zufriedene Kühe, die hochwertige Milch geben.

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Ansprechpartner für diesen Bereich

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