Quotenausnutzung bis Juli bei 98,8 %
Zum 1. April wurde in Deutschland die nationale Garantiemenge im Zuge der Agrarreform als erster von fünf Schritten zur Vorbereitung des Quotenausstieges 2014/15 um 1,0 % angehoben.
Dies war auch in nahezu allen anderen Mitgliedstaaten der EU der Fall. Lediglich in Italien wurde die nationale Garantiemenge in einem Schritt bereits im Milchwirtschaftsjahr 2009/10 um 5 % erhöht. Zudem wurde zeitgleich der Faktor zur Berechnung der Fettkorrektur auf 0,09 halbiert, was wie eine zusätzliche Anhebung der Milchquote wirkt. In den ersten vier Monaten des laufenden Milchwirtschaftsjahres haben die deutschen Milcherzeuger schätzungsweise 9,81 Mio. t Milch an die Molkereien geliefert. Das waren 6,8 % mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Dieser deutliche Anstieg ist im wesentlichen mit dem Milchlieferboykott Ende Mai und Anfang Juni 2008 zu erklären. In diesen Monaten waren streikbedingt Anstiege der Milchmenge um 8,5 % und 12,0 % zu verzeichnen. Aber auch in den übrigen Monaten haben die Erzeuger deutlich mehr Milch an die Molkereien geliefert als im Vorjahr. Im April lag der Anstieg bei 4,3 % und im Juli bei 3,0 %. Damit war die Milchanlieferung in Deutschland seit Beginn des Milchwirtschaftsjahres durchgängig deutlich umfangreicher als im Vorjahr und der Milchmarkt bei ruhiger Nachfrage mehr als ausreichend mit Rohstoff versorgt. Lediglich durch die Intervention kam es in den vergangenen Monaten dazu, dass sich die Erzeugerpreise für Milcherzeugnisse nicht weiter reduziert, sondern um das Interventionsniveau stabilisiert haben. Die Fettgehalte in der Anlieferungsmilch lagen im betrachteten Zeitraum im Mittel leicht unter den Werten aus 2008. Im Juni lagen sie leicht über dem Vorjahreswert, in den übrigen Monaten des Betrachtungszeitraumes waren die Fettgehalte geringer als im Vorjahr. Die Fettkorrektur beläuft sich für den Zeitraum April bis Juli auf 131.000 t und ist damit deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum. Das liegt zum einen an den geringeren Fettgehalten der Anlieferungsmilch.
Vor allem macht sich aber die mit 1. April 2009 in Kraft getretene Halbierung des Fettkorrekturfaktors bemerkbar. Unter Berücksichtigung der Fettkorrektur ergibt sich für die Monate April bis Juli 2009 eine fettkorrigierte Milchmenge von rund 9,94 Mio. t. Das entspricht einem Anstieg zum Vorjahreszeitraum um 5,2 % und führt zu einer Ausnutzung der anteiligen Garantiemenge von 98,8 %.
Wie sich die Milchanlieferung und damit die Quotenausnutzung im weiteren Verlauf des Milchwirtschaftsjahres entwickeln werden, ist noch offen. Sollte sich die Milchanlieferung weiterhin so deutlich über der Vorjah-reslinie bewegen wie bisher, wird sich die Quotenausnutzung schnell den 100 Prozent annähern und ggf. auch darüber liegen.
Deutschland: Milchquoten April 2009 bis Juli 2009 – vorläufige Bilanz
|
in 1.000 t |
2008/09 |
2009/10 |
% Vorjahr |
|
Anteilige Garantiemenge |
9.974 |
10.063 |
+ 1,0 |
|
Milchanlieferung |
9.184 |
9.811 |
+ 6,8 |
|
Fettkorrektur |
263 |
131 |
-50,1 |
|
Fettkorrigierte Milchanlieferung |
9.447 |
9.942 |
+5,2 |
|
Über-/Unterlieferung |
– 527 |
– 121 |
|
|
Quotenausnutzung |
94,7 % |
98,8 % |
Quelle: AMI
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