Milchwirtschaft in Niedersachsen: Auszeichnung der Jahresbestleistungen 2009
Dr. Hermann Onko Aeikens ist seit Oktober 2009 Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.
Eröffnet wurde die Veranstaltung, bei der die Ehrung der besten Qualitätsleistungen der Molkereien und Molkereifachleute des Jahres 2009 im Vordergrund stand, durch Dieter Gorzki vom Landesverband der Milchwirtschaftler in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt e.V.. Er ließ die extremen Veränderungen am Milchmarkt der letzten drei Jahre Revue passieren, die gezeigt haben, wie abhängig der deutsche Markt vom Weltmarkt ist. Die hiesigen Unternehmen sind aber durch ihre modernen Anlagen und durch ihre hoch motivierten und hervorragend ausgebildeten Mitarbeiter gut auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet. Der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. dankte er für die Unterstützung des milchwirtschaftlichen Ausbildungszentrums in Oldenburg und der Azubi-Werbeaktion.
Dr. Hermann Onko Aeikens betonte in seinem Grußwort, dass er als gebürtiger Ostfriese besonders gern der Einladung nach Verden gefolgt ist. Zur Agrarpolitik merkte er an, dass die Interventions- und Lagerhaltungsmaßnahmen weiter reduziert werden und insbesondere das System der Exporterstattungen viele Kritiker hervorgerufen hat. In den WTO-Agrarverhandlungen hat die EU sich bereits verpflichtet, die Exporterstattungen bis 2013 auslaufen zu lassen, falls auch die übrigen WTO-Länder bis dahin ihre Ausfuhrbeihilfen einstellen. Dennoch sind sich die Landwirtschaftsminister der Bundesländer einig, die Milchwirtschaft nicht ohne jegliche Unterstützung zu lassen. In den kommenden Monaten wird intensiv über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU diskutiert werden. Dabei ist auch zu klären, in welchem Umfang die verbliebenen Sicherheitsnetze für die europäische Agrarwirtschaft erhalten werden können. Nach dem Wegfall der Quotenregelung wird die enge Beziehung zwischen Molkereien und ihren Lieferanten noch wichtiger werden. Die Quotenregelung hat die europäischen Molkereien oft daran gehindert, Wertschöpfung im größeren Umfang wahrzunehmen.
Ministerin Astrid Grotelüschen erläuterte, dass sie den noch mit ihrem Vorgänger Hans-Heinrich Ehlen abgestimmten Termin sofort mit Freude übernommen hat. Sie war gespannt darauf, die auszuzeichnenden Fachleute kennenzulernen, da sie für den Erfolg der Molkereien stehen. Die Land- und Ernährungswirtschaft hat mit einem Umsatz von 27 Mrd. Euro eine zentrale Bedeutung für Niedersachsen. Die Landesregierung wird alles tun, um die Landwirtschaft zu unterstützen. Insbesondere wird man sich dafür einsetzen, dass ab 2013 genügend Mittel für eine starke erste Säule vorhanden sind. Sie verwies auf die Frühjahrskonferenz der Agrarminister am vergangenen Wochenende, wo man sich auf eine entsprechende Position geeinigt hatte.
Für das Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V. begrüßte Präsident Werner Hilse die Gäste. Für ihn sind Qualitäts- und Innovationsführerschaft die wichtigsten Kriterien, um am Markt Erfolg zu haben. Er forderte die Milchwirtschaft auf, diesen Weg konsequent weiter zu verfolgen.
Peter Cornelius, Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V., sprach in gewohnt klaren und teilweise kritischen Worten. Seiner Meinung nach, sollte sich die Politik aus dem Marktgeschehen ganz heraushalten. In der Flächennutzung durch Biogasanlagen sieht er keine Konkurrenz zur Milchwirtschaft, sondern vielmehr einen Vorteil für die Landwirtschaft insgesamt. Bei den Molkereifachleuten bedankte er sich für ihren unermüdlichen Einsatz, der zusammen mit dem hohen Qualitätsstandard auf den Erzeugerhöfen die Grundlage für das gute Image der Milchprodukte ist.
Die hervorragenden Ergebnisse der amtlichen und freiwilligen Güteprüfungen des Jahres 2009 kommentierte Dr. Lutz Rudzik, Leiter des Instituts für Lebensmittelqualität der LUFA Nord-West in Oldenburg. Vorab gab er einen Überblick über die verschiedenen milchwirtschaftlichen Ausbildungseinrichtungen in Deutschland.
Den Wanderpreis des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in Hannover erhielten fünf Molkereien. Sechs weitere Betriebe wurden mit einer Urkunde der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. ausgezeichnet. Einen Sonderpreis für 40-jährige Spitzenleistung erhielt die NORDMILCH AG, Werk Zeven. Die Landesverbände würdigten darüber hinaus sechs Fachleute, die sich in ihren Unternehmen bzw. Organisationen in besonderem Maße um die Sicherung und Verbesserung der Produktqualität verdient gemacht hatten. Gleichzeitig erfolgte die Auszeichnung von vier Unternehmen und fünf Fachleuten aus Sachsen-Anhalt durch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Magdeburg.
Eine Aufstellung der ausgezeichneten niedersächsischen Betriebe und Fachleute für das Jahr 2009 enthält die Anlage.
Den abschließenden Festvortrag hielt Horst Seide, Mitglied des Präsidiums des Fachverbandes Biogas e.V. und selbst Betreiber mehrerer Biogasanlagen, über „Biogas – von der ersten Anlage bis zu einem ernsten Wirtschaftszweig“. Er skizzierte die rasante Entwicklung der Biogasbranche. Die meisten Anlagen gibt es derzeit in Bayern, gemessen an der elektrischen Leistung liegt allerdings Niedersachsen an erster Stelle. Von der Politik forderte Seide Planungssicherheit. Ohne gesetzlich abgesicherte Förderung wird nicht investiert. Ist die rechtliche Sicherheit gegeben, muss erst die Planungsphase überwunden werden, ehe es zu Neubauten kommt, was Seide an den Investitionssprüngen im Zuge der diversen Überarbeitungen des EEG deutlich machte. Die Investitionsstaus bereiten insbesondere den überwiegend kleinen und mittelständischen Anlagenherstellern Probleme. Wichtig im Hinblick auf den Klimaschutz ist die Effizienz der Energienutzung. Im Bereich Kraftstoff hat Biogas die höchste Effizienz der biogenen Treibstoffe. Er appellierte an alle Beteiligten, das Feld der Biogasnutzung nicht den großen Energieunternehmen zu überlassen. Gerade Milchviehhalter, die gleichzeitig in Biogas mit Güllenutzung investieren, sieht er als Zukunftsbetriebe an.
LVN/Fritsch
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