Milchlandpreis Silberne Olga Landwirtschaft

16. Januar 2014

Milchlandpreis 2013: Familie Behnen – Gewinner der Silbernen Olga

H. Behnen: 2003 lagen die Pläne für den neuen Boxenlaufstall, der 2004 gebaut wurde, schon in der Schublade. Er bietet mit der Erweiterung in 2012 Platz für 180 Kühe. Außerdem haben wir in der Zwischenzeit einen Hof zugepachtet, so dass sich die Betriebsfläche vergrößert hat. 2012 wurden darüber hinaus ein neuer Bullenstall und ein neuer Abkalbestall gebaut. Der alte Kuhstall wird nun für das Jungvieh genutzt, im ehemaligen Jungviehstall halten wir die Kälber in Gruppen mit Tränkeautomaten. Die jungen Kälber haben draußen ihre Hütten. Es gab also große bauliche Veränderungen.

LVN: Nach der Auswertung der eingesandten Milchlandpreis-Fragebögen kam Ihr Betrieb in die engere Wahl für die Begutachtung als einer der „Besten Milcherzeuger Niedersachsens“. Im Oktober 2013 erhielten Sie Besuch von zwei Gutachtern. Wie lief die Begutachtung ab?
H. Behnen: Wir trafen uns morgens gegen 8.15 Uhr zum ersten Kennenlernen beim Kaffee. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde haben wir uns zu viert, meine Tochter Stephanie, die beiden Gutachter und ich, zu einer Betriebsbesichtigung aufgemacht. Zwischendurch erhielten wir viele Fragen zu unseren Arbeitsweisen und -abläufen. Nach dem Mittagessen ging es weiter mit der Einsicht in unsere Unterlagen. Abschlüsse, Versicherungen und Milchkontrolldaten usw. wurden detailliert erfasst. Ein Gespräch über meine Weiterbildungsmaßnahmen bei der Andreas-Hermes-Akademie schloss sich an, bevor wir uns zur Melkzeit in den Melkstand begaben. Nach rund 11 Stunden hatten wir einen sehr erlebnisreichen Tag hinter uns, zumal unsere Auszubildenden an diesem Tag selbständig Gras mähten. Das hat die Gutachter auch beeindruckt.

LVN: Was haben Sie für Ihren Betrieb aus dem Besuch der Gutachter mitgenommen? Haben Sie im Gespräch einige Anregungen erhalten, die Sie konkret umsetzen möchten?
H. Behnen: Wichtig war für mich die Bestätigung, dass wir es jetzt erst einmal ruhiger angehen lassen können. Unsere Tochter Stephanie, die den Hof nach ihrem Studium übernehmen möchte, kann dann selbst entscheiden, wie sie weiter investieren möchte. Wir haben eine gute Basis für sie geschaffen.

LVN: Sie melken zurzeit 140 Kühe. Wie ist die Arbeit im Betrieb organisiert?
H. Behnen: Inzwischen haben wir auf 160 Kühe aufgestockt. Meine Frau übernimmt oft das Melken und macht auch das Herdenmanagement. Ich bin der Junge für alles, die Auszubildenden füttern und melken, sie wechseln sich nach Plan ab. Auch für die Wochenenden gibt es Pläne, wir wechseln uns mit unserem festen Mitarbeiter ab, so dass wir jetzt jedes vierte Wochenende frei haben. Für die Übergaben haben wir Tafeln im Betrieb.
Die Außenarbeiten erledigen wir gemeinsam weitestgehend selbst. Und am Anfang des Monats werden die Urlaubswünsche abgefragt und festgehalten.

LVN: Mit welchen Maßnahmen schaffen Sie für sich und Ihre Tiere größtmöglichen Komfort?
H. Behnen: Wir haben zum Beispiel eine Fußbodenheizung und viel natürliches Licht im Melkstand. In den großräumigen Liegeboxen haben die Kühe „weiche Betten“, weil wir mit Spänen einstreuen. Auch mit dem neuen Roboter, der die Spalten abschiebt, machen wir gute Erfahrungen. Unser Stall bietet aufgrund der Curtains gute Licht- und Luftverhältnisse. Man sieht es den Kühen an, dass sie sich im Stall wohlfühlen. Auch im Abkalbestall ist viel Platz.
LVN: Sie bilden zurzeit sogar zwei Auszubildende aus. Hat das schon Tradition? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht bzw. was treibt sie an?
H. Behnen: Ja, Auszubildende haben bei uns wirklich schon eine kleine Tradition. Wir bilden gerade den 11. Lehrling aus. Die Ausbildung liegt mir sehr am Herzen, deshalb bin ich bin auch Mitglied im Prüfungsausschuss. Es ist eine schöne Aufgabe, junge Menschen ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten. Wir haben auch regelmäßig Praktikanten von der Fachschule auf dem Betrieb.
LVN: Welchen Betriebszweig betreiben Sie neben der Milcherzeugung?
Behnen: Bullen, Mastschweine, Biogas, Solar und Windkraft.
LVN: Ihre Tochter Stephanie (20) hat mit dem Agrarstudium begonnen. Welche Zukunftspläne gibt es für Ihren Betrieb?
H. Behnen: Stephanie ist jetzt im ersten Semester und ist in der Regel an den Wochenenden und in den Se-mesterferien hier im Betrieb. Kühe sind ihr Ding, sie hat bereits auf drei Betrieben Praktikum gemacht. Sie möchte die Milchviehhaltung auf jeden Fall fortführen. Wir haben sie nicht gedrängt, die Entscheidung kam von ihr selbst. Wir können uns gut vorstellen, den Betrieb gemeinsam weiter zu führen, das harmoniert ganz gut. Wenn sie fertig ist, wird sie auch gleich einen Teil der Verantwortung übernehmen dürfen.

LVN: Wie engagieren Sie sich außerhalb des Betriebes? Haben Sie auch Hobbies?
H. Behnen: Ich bin sowohl im Landvolk als auch im Wasser- und Bodenverband engagiert und wie gesagt im Prüfungsausschuss. Für Hobbies bleibt wenig Zeit, aber das regelmäßige Kegeln ist uns wichtig. Gerne mögen wir Fahrrad fahren und Spazieren gehen. Dafür wollen wir uns in Zukunft mehr Zeit nehmen.
LVN/Licher

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