44. Milchquotenbörse: Quotenpreis steigt nochmals
Im Übertragungsgebiet West ist der Gleichgewichtspreis um 4 Cent/kg auf 14 Cent/kg gestiegen. Dagegen ist im Übertragungsgebiet Ost der Gleichgewichtspreis sogar um 1 Cent/kg auf 5 Cent/kg gefallen. Der Grund für diese unterschiedliche Entwicklung liegt sicherlich in der Einschätzung der Mengenentwicklung in den beiden Gebieten. Milcherzeuger in den alten Bundesländern befürchten offensichtlich stärker, eine hohe Abgabe zahlen zu müssen. Das gilt besonders auch für die niedersächsischen Milcherzeuger, die ein letztes Mal besonders stark Milchquoten nachgefragt und erhalten haben. Insgesamt sind in Deutschland 397,6 Mio. kg angeboten worden. Das waren fast 100 % mehr als zum Juli-Termin. Allerdings ist auch die Nachfrage um rund 50 % auf 506,2 Mio. kg gestiegen. Die Nachfrage übertraf das Angebot um das 1,3-fache. Im Gegensatz zum Übertragungsbereich West wurden im Gebiet Ost sogar rund 20 Mio. kg mehr angeboten als nachgefragt.

Dementsprechend sind im Gebiet Ost mit 70,7 Mio. kg nur knapp 70 % der angebotenen Quoten übertragen worden, während im Bereich West mit 293,2 Mio. kg nahezu alle angebotenen Milchquoten auch einen Käufer fanden. Rund 1,2 % der nationalen Referenzmenge sind beim letzten Börsentermin erfolgreich gehandelt worden. Hierfür müssen die an der Börse erfolgreichen Milcherzeuger 43,7 Mio. € aufbringen. Von den insgesamt 4.470 Anbietern waren 4.403 erfolgreich, von den insgesamt 4.970 Nachfragern erhalten 3.674 eine Quote. Das jeweilige Kaufgebot konnte dieses Mal weitgehend erfüllt werden, der Nachfrageüberhang beträgt nur knapp
10 %. Die Zahl der Börsenteilnehmer war mit 9.440 erheblich höher als zum Juli-Termin mit 5.409 Teilnehmern.
Wie bereits bei den früheren Übertragungsterminen wandern die Quoten erneut überwiegend gen Norden. Im Übertragungsgebiet Ost weist nur Mecklenburg-Vorpommern einen positiven Saldo auf. Im Übertragungsgebiet West sind die Quoten wieder nach Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen transferiert worden, im geringen Ausmaß dieses Mal auch nach Baden-Württemberg. Besonders niedersächsische Milcherzeuger haben wieder stark aus anderen Regionen Quoten zugekauft, dieses Mal rund 31,6 Mio. kg. Auffällig ist, dass bayrische Milcherzeuger offensichtlich gern zugekauft hätten: von 1.979 Nachfragern waren aber nur 1.337 erfolgreich, das sind 68 %. In Niedersachsen konnten 78 % der Nachfrager Quoten zukaufen.

Insgesamt haben niedersächsische Milcherzeuger 92,8 Mio. kg über die Börse erworben. Zusätzlich erhalten sie zum Ausgleich des Nachfrageüberhangs unentgeltlich 1,3 Mio. kg. Vom Nachfrageüberhang konnten nur 12,3 % ausgeglichen werden. Der effektiv zu zahlende Preis sinkt durch diesen Mengenausgleich nur geringfügig auf 13,81 Cent/kg. Insgesamt zahlen die niedersächsischen Milcherzeuger 13 Mio. €, ein Betrag, der in einer Zeit sinkender Auszahlungspreise und zum Ende der Laufzeit der Milchquotenregelung sicher weh tut und besser für die Betriebsentwicklung eingesetzt worden wäre. Die EU-Kommission und die Mehrheit des Agrarministerrates haben aber ja kein Entgegenkommen bezüglich der Erhebung der Abgabe für Überlieferungen im letzten Milchquotenjahr erkennen lassen. Mit diesem letzten Börsentermin endet nun auch bald die Ära politischer Marktregulierung auf dem Milchmarkt. Landvolk/LVN
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