Kinderernährung: Klares „Ja“ für Milch und Fleisch
Über 100 Teilnehmer verfolgten am 15. Juni in Wolfsburg zwei spannende Vorträge sowie fünf kreative Workshops rund um das Thema „Kita im Spannungsfeld von kulturellen und alternativen Ernährungsformen“.
Die beiden Referate boten reichlich Informationen und praktische Tipps für das sehr interessierte Publikum, darunter Erzieher, Köche und Ernährungsfachleute. Neben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) zählten die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Sektion Niedersachsen, die Deutsche BKK, die Volkshochschule Wolfsburg sowie die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. zu den Veranstaltern dieses Tages.
Essen im Wandel
„Essen und gemeinsame Mahlzeiten bedeuten nicht nur reine Nahrungsaufnahme, sondern übernehmen physische, psychische und soziale Funktionen, die bedeutend für Identität, Sicherheit und Wohlbefinden sind. Daher prägt die Verpflegung in der Kita auch das spätere Essverhalten. Doch gerade die sogenannten alternativen Ernährungsformen, die von manchen Eltern gern auf ihre Kinder übertragen werden, führen immer wieder zu Konflikten. Sie sind zwar als Teil eines kulturellen Wandels zu sehen, stehen aber im Spannungsfeld von Wissenschaft, Ideologie und Wirtschaft.“, erklärte Prof. i. R. Dr. Barbara Methfessel. Gründe dafür sind Globalisierung und Industrialisierung, die neue Lebensmittel hervorbringen, mehr Sicherheit, mehr Auswahl, aber auch mehr Probleme schaffen. Zudem gäbe es die Entwicklung hin zur Individualisierung von Essen. Diese Entwicklung sei im Zusammenhang mit dem Nahrungsmittel Milch gut zu beobachten: Habe die Milch einst das Überleben gesichert, denn Menschen, die das „Milchtrinker-Gen“ hatten, waren überlebensfähiger, herrsche heute in manchen Kreisen schon fast eine „Milchphobie“. „Da werden Studien verfälscht dargestellt und Ängste auf Kinder übertragen“. Natürlich gäbe es Menschen, die unter Milchzuckerunverträglichkeit leiden.
Für viele sei es aber ein „Hype“ – sie stellten Milchzuckerunverträglichkeit in der Selbstdiagnose fest und würden glauben, dass sie sich mit laktosefreien Produkten gesünder ernähren. Eltern, deren Kinder unter vermeintlichen Unverträglichkeiten leiden, sollten dies am besten vom Arzt abklären lassen und ein Attest im Kindergarten vorzeigen.
Den Erzieherinnen gab sie außerdem den Rat, Eltern einfühlsam in die Essensplanung in der Kita einzubeziehen, aber auch klarzustellen: „Zuhause sind Sie der Chef am Herd, im Kindergarten sind das wir.“ Es müsse immer darum gehen, Kindern die Möglichkeit zu geben, möglichst viele Lebensmittel kennenzulernen – Erzieher hätten dabei eine große Vorbildrolle: „Je breiter Kinder ihren Geschmack entwickeln, desto besser ist die Voraussetzung für eine gute Ess-Entwicklung.“
Vegane Ernährung für Säuglinge und Kinder nicht geeignet



Laupert-Deick lieferte den Teilnehmern vielfältige praxisnahe Informationen und Argumentationshilfen. „Je abwechslungsreicher die Ernährung, also je mehr verschiedene Lebensmittel in den Speiseplan eingebaut werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Jugendliche gut mit Nährstoffen versorgt und auch vor Essstörungen geschützt werden“, bekräftigte sie zum Abschluss.
Workshops über Nahrungsmittelallergien, Milchtage und Kennzeichnung
„Heute ist Milchtag“ – dieses Projekt bietet die LVN den niedersächsischen Kitas seit einem Jahr an. Die Inhalte wurden den Teilnehmern im Rahmen eines Workshops von Christina Nordemann und Wiebke Arnold in der Küche der Volkshochschule in Wolfsburg vorgestellt. Thematisiert wurden der Weg der Milch, die vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten und die Bedeutung der Milch für den Körper. Auch die Zubereitung von kindgerechten Milchspeisen und Bastelarbeiten für z.B. die Tischdeko sind Teil des Milchtag-Programms.
Weitere Workshop-Angebote im Rahmen der Fachtagung beschäftigten sich mit den Herausforderungen für die Kita-Verpflegung durch Nahrungsmittelallergien, mit optimaler Speiseplanung und Lebensmittelauswahl.
LVN
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