Milchlandpreis 2020: Familie Brüning aus Bassum gewinnt die Bronzene Olga

Gewinner der Bronzenen Olga

29. Januar 2021

Tina und Hergen Brüning im Interview mit der Landesvereinigung der Landwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN).

Die Freude bei Familie Brüning aus Bassum war groß, als Gutachter Bernd Tiemann am 10.12.2021 vor der Haustür stand und die Bronzene Olga übergab. Der Überraschungsbesuch bei Tina und Hergen Brüning konnte während der digitalen Verleihung des Milchlandpreises 2020 von den Zuschauern live mitverfolgt werden. Das Ehepaar belegt den 3. Platz beim Milchlandpreis 2020.

Familie Brüning belegt 3. Platz beim Milchlandpreis 2020

Familie Brüning bewirtschaftet in Bassum einen insgesamt 250 Hektar großen Betrieb. Auf dem Hof werden 60 Milchkühe und 110 weibliche Nachzuchttiere gehalten. Die Herde erbringt eine weit überdurchschnittliche Milchleistung von rund 13.600 Kilogramm pro Kuh und Jahr bei einem Fettgehalt von 3,90 Prozent und einem Eiweißgehalt von 3,45 Prozent. Die Milch wird an die DMK Deutsches Milchkontor eG geliefert.

Im Interview mit der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) gibt Familie Brüning interessante Einblicke in ihre Betriebsführung und zeigt Maßnahmen auf, die für ihr nachhaltiges Wirtschaften bedeutend sind.

Wie sind Sie auf den Milchlandpreis aufmerksam geworden?

Den Milchlandpreis verfolgen wir schon seit dem ersten Jahr. 2001 waren wir auch schon unter den besten 20. Nun waren wir der Meinung, dass Betrieb, Stall und Kühe so gut aufgestellt sind, um einen neuen Versuch zu wagen.

Ihre Milchleistung umfasst 13.600 kg/Kuh/Jahr. Eine stolze Leistung! Verraten Sie uns Ihr Geheimnis?

Diese hohe Leistung erzielen wir vor allem durch unser ausgeklügeltes Fütterungskonzept. Es wird nur bestes Grundfutter verwendet. Durch die zugehörige Biogasanlage haben wir zum Beispiel schon im Vorfeld die Möglichkeit, uns den besten Mais und die beste Grassilage der Felder für unsere Kühe auszusuchen. Wichtig ist natürlich, dass wir uns stets darüber Gedanken machen, wie wir das Leben unserer Kühe noch komfortabler machen können. Das fängt bei Futter, Wasser, Licht, Luft, Ruhen, Fressen, Laufen an und hört vielleicht beim Melken auf. Die hohe Leistung erreichen wir durch gesunde, zufriedene Kühe. Von unserem großen Pool weiblicher Nachzucht benötigen wir nur ein Drittel zur Bestandsergänzung. Dadurch ergibt sich eine hervorragende Qualität der Rinder, die in unseren Milchbestand gelangen.

Welche ökologischen Maßnahmen verfolgen Sie, um Ihren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten?

Wir betreiben eine nachhaltige und regenerative Landwirtschaft. Die Nährstoffe im Boden werden ins Gleichgewicht gebracht. Der Unterboden wird gelockert und mit lebenden Wurzeln stabilisiert. Der Boden wird zur Ernährung der Bodenlebewesen dauerhaft und vielfältig begrünt, dabei wird die Regeneration des Mutterbodens, die Biodiversität und der Wasserkreislauf verbessert. Auf Glyphosat und intensive Bodenbewirtschaftung wird verzichtet.

Wieso haben Sie sich für die Anschaffung einer Biogasanlage entschieden?

Aufgrund schlechter Getreidepreise und guter Flächenausstattung passte der Bau 2009 in unser Betriebskonzept. Der komplette Betriebsablauf wurde dadurch verbessert. Zudem werden der Betrieb und das Dorf mit Wärme versorgt.

Ihre Frau und Sie engagieren sich sehr in der Öffentlichkeitsarbeit. Welche Schwerpunkte setzen Sie beide dabei?

Uns ist vor allem wichtig, dass die Gesellschaft wieder ein reelles Bild von der Landwirtschaft in Deutschland gewinnt. Dadurch, dass der Großteil der Bevölkerung in Ballungszentren lebt und sich hauptsächlich auf den medialen Inhalt verlassen muss, wird unsere Arbeit leider manchmal falsch interpretiert. Wie viele andere Landwirte auch, haben wir erkannt, dass auch wir für unser gutes Wirtschaften werben müssen. Wer, wenn nicht wir, könnte am besten die genaue Vorgehensweise auf einem Hof erläutern. Wir haben bei uns auf dem Hof Kindergruppen. Sie erleben den Lauf der Jahreszeiten auf den Feldern, sehen die Tiere und helfen beim Füttern und Tränken. So können sie sich von klein auf, ein eigenes Bild von unserer Arbeit machen.

Im Vergleich zum niedersächsischen Durchschnitt haben Sie einen verhältnismäßig kleinen Milchviehbetrieb. Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Betriebes?

Unser Betrieb ist definitiv zukunftsorientiert. Die Größe eines Betriebes sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität und Wirtschaftlichkeit aus. Dadurch, dass unser Betrieb aus einem geschlossenen System besteht, sind wir weit gefächert und könnten unter Umständen in schwierigen Wirtschaftssituationen einen Betriebszweig durch einen anderen auffangen. Alles beginnt bei uns auf dem Feld. Wir haben eine gute Flächenausstattung von 270 Hektar, wovon 80 Prozent arrondiert sind. Die genannte regenerative Bewirtschaftung ermöglicht uns, bestes Futter und Getreide anzubauen. Auf diese Weise sind unsere Tiere unter anderem auf einem hohen Leistungsniveau – auch oder gerade ohne Masse. Die Exkremente der Tiere kommen in die Biogasanlage, welche zum einen ihre Wärme an weitere Häuser abgibt und zum anderen ins Energienetz einspeist. Die Gärreste gehen dann als Wirtschaftsdünger wieder auf unsere Felder. Wir brauchen also weder weite Wege zu bewerkstelligen noch uns Gedanken darüber machen, wo wir die Gülle hin abgeben könnten. Solaranlagen auf den Stallgebäuden vervollständigen das Konzept.

Warum würden Sie Ihre Kollegen zur Teilnahme am Milchlandpreis motivieren?

Durch den Milchlandpreis wird man noch mehr motiviert, Schwachstellen im Betrieb zu erkennen und diese zu optimieren.

Schauen Sie sich das Porträt vom Hof Borchers an. Viele weitere Informationen zur Goldenen Olga warten auf Sie.

LVN

Ansprechpartner für diesen Bereich

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Melina Kostmann
M. Sc. Unternehmensentwicklung
Öffentlichkeitsarbeit & Presse
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