Schlechte Aussichten für Milchviehhalter in Neuseeland
Während der Gewinn vor Steuern eines typischen Milchviehbetriebes trotz der Trockenheit Modellrechnungen zufolge 2007/08 um fast 450 % auf umgerechnet 157.000 EUR kletterte, wird für 2008/09 ein Minus von 42 % prognostiziert. Dies wäre trotz des kräftigen Rückgangs noch immer ein hervorragendes Ergebnis. Allerdings basiert die Schätzung auf den Erwartungen der Landwirte und der Industrie zwischen Juni und August 2008, berücksichtigt also nur die Anfänge des jüngsten konjunkturellen Abschwungs. Seither hat sich die Stimmung der neuseeländischen Landwirte dramatisch eingetrübt. Die Schwäche der Landeswährung gegenüber dem US-Dollar kann die negativen Einflüsse der Wirtschaftskrise nur teilweise ausgleichen. Angesichts des zu erwartenden Abschwungs setzte die Molkerei Fonterra den Wert ihrer Genossenschaffsanteile für die Saison 2008/09 um fast 20 % auf umgerechnet 1,83 EUR pro Stück herab. Bereits zum Wirtschaftsjahr 2007/08 hatte Fonterra die Anteile um 18 % niedriger bewertet als im Vorjahr. Jeder genossenschaftliche Milchlieferant muss pro angedientem Kilo Milchfeststoff einen Unternehmensanteil halten. Das in der Genossenschaft festliegende Vermögen der Landwirte wurde durch die Neubewertung somit innerhalb von zwei Jahren um mehr als ein Drittel verringert. Aufsichtsratschef Henry van der Heyden begründete die jüngste Herabstufung mit den noch nie da gewesenen Turbulenzen an den Kapitalmärkten und den schwierigen wirtschaftlichen Perspektiven.
ZMP
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