Qualitätsausschuss der LVN tagte am 22.09.2026 in Verden

Berichte aus der Qualitätsabteilung

01. Oktober 2026

Unter der Leitung des Ausschussvorsitzenden Dr. Klaus Hein und unter Beteiligung zahlreicher Fachleute aus den Mitgliedsorganisationen sowie weiterer Gäste tagte der Qualitätsausschuss der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) am 22. September in Verden.

Die Ergebnisse des niedersächsischen Rohmilch-Monitorings aus dem zweiten Halbjahr 2025 und dem ersten Halbjahr 2026 wurden präsentiert. Anschließend wurde über die Maßnahmen für das Haushaltsjahr 2027 beraten und abgestimmt. Die Maßnahmen und der finanzielle Rahmen wurden einstimmig genehmigt.

Workshops zu Milchqualität und Antibiotikaminimierung

Die Workshops zu Milchqualität und Antibiotikaminimierung vermitteln Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern praxisnahes Wissen, um die Milchqualität zu verbessern und den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Aktuelle Herausforderungen wie Hitzestress und Klauengesundheit werden dabei verstärkt berücksichtigt. Die 2026 angebotene Maßnahme wird auch 2027 fortgeführt.

Neue Workshops zum Ketose-Check

Die neue Maßnahme „Ketose-Check“ wurde genehmigt und wird 2027 gemeinsam mit dem Landeskontrollverein Niedersachsen (LKV) umgesetzt. Zwei Online-Termine und vier Vor-Ort-Workshops richten sich an landwirtschaftliche Betriebe, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Beratungskräfte. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung von Ketose, Fütterung und Management in der Transitphase sowie die neue LKV-Diagnostik. Praktische Übungen zur Körperkonditionsbeurteilung, zur Blutanalyse und zur Durchführung des Schüttelbox-Tests ergänzen das Angebot vor Ort.

Website der Kälberinitiative Niedersachsen

Die LVN betreut die Website der Kälberinitiative Niedersachsen (KiNi). Sie dient als zentrale Anlaufstelle für Informationen rund um die Kälberaufzucht und macht die Inhalte der Initiative für Betriebe und weitere Interessierte zugänglich. Sollte das Projekt fortgeführt werden, wird die LVN die Betreuung auch 2027 übernehmen.

Biosicherheit auf Milchkuhbetrieben

Rinderhaltende Betriebe sind verpflichtet, ihre Maßnahmen zum Schutz vor der Einschleppung und Ausbreitung von Krankheitserregern in einem betriebsindividuellen Biosicherheitsmanagementplan zu dokumentieren. Das niedersächsische Biosicherheitskonzept bietet dafür eine praktische Arbeitshilfe. Um die Betriebe bei der Umsetzung zu unterstützen, hat die LVN 2026 drei Videos erstellt. Sie erklären die Grundlagen und die sieben Handlungsbereiche des Konzepts und zeigen konkrete Beispiele für den Betriebsalltag. Die Videos wurden in der Sitzung vorgestellt und besprochen. In der anschließenden Diskussion wurde die Bedeutung eines konsequenten Biosicherheitsmanagements für den Schutz der Tierbestände hervorgehoben.

Die Erstellung der Videos erfolgte mit beratender Unterstützung des Landvolks Niedersachsen und der Tierseuchenkasse (TSK) Niedersachsen. Die Videos sind auf dem YouTube-Kanal der LVN veröffentlicht. Hier geht es zum ersten Video.

Poster zur Biosicherheit geplant

Aufbauend auf den Videos ist für 2027 die Erstellung eines Posters zur Biosicherheit geplant. Gemeinsam mit der TSK Niedersachsen und dem Landvolk Niedersachsen soll eine anschauliche Informationshilfe für Betriebsleitungen und Mitarbeitende in Milchkuhbetrieben entstehen. Das Poster soll für mögliche Eintragswege von Krankheitserregern und deren Verschleppung innerhalb des Betriebs sensibilisieren.

Aktuelle Tierseuchenlage

Frau Dr. Eisenberg von der Niedersächsischen TSK gab einen Überblick über die aktuelle Tierseuchenlage und ordnete Entwicklungen bei der Blauzungenkrankheit, Epizootische Hämorrhagie (EHD) und Lumpy Skin Disease ein. Im Mittelpunkt stand das durch blutsaugende Insekten übertragene Schamonda-Virus, das nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr für Menschen darstellt. Bei Rindern wurden unter anderem Fieber, Milchleistungsrückgang und Durchfall beobachtet. Mögliche Folgen für ungeborene Kälber und längerfristige Auswirkungen sind aufgrund der bislang begrenzten Datenlage noch unklar. Da derzeit weder ein Impfstoff noch eine EU-Meldepflicht bestehen, betonte Frau Dr. Eisenberg die Bedeutung einer aufmerksamen Tierbeobachtung und frühzeitigen Diagnostik. An einem Praxisbeispiel zeigte sie, wie Sensordaten und eine nach Schweregrad abgestufte Betreuung den Umgang mit erkrankten Tieren unterstützen können.

LVN/Große

Ansprechpartner für diesen Bereich

Pauline Große, Ansprechpartnerin der LVN
Pauline Große
M. Sc. Agrarwissenschaften 
Qualitätsförderung
0511 / 85653-26
grosse@milchland.de
Dr. Jan-Hendrik Paduch
Jan-Hendrik Paduch
Dr. agr. Dipl.-Ing. Milchwirtschaftliche Lebensmitteltechnologie  
Geschäftsführung
0511 / 85653-10
paduch@milchland.de

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