Discounter ziehen Ökomarkt nach unten
Der Konsum an Ökoprodukten sei ebenfalls um 2 % gefallen, teilte die GfK mit. Das Unternehmen hat die Zahlen aus einer repräsentativen Studie bei rund 30.000 Haushalten ermittelt. Überdurchschnittlich war die Kaufzurückhaltung der Verbraucher demnach im Lebensmitteleinzelhandel mit einem Minus bei den „Bio-Ausgaben“ von rund 6 %. Hier sei der Rückgang vor allem durch sinkende Preise verursacht. Gerade die Discounter, denen es in den letzten Jahren gelungen sei, zusätzliche Verbraucher an Ökoprodukte heranzuführen, hätten durch die Einbindung dieser Warengruppe in ihrem Preiswettbewerb „keinen positiven Effekt“ erzielt, erklärte die GfK. Das Preisniveau sei dort um 7 % gesunken, während die Einkäufe der Verbraucher um 1 % gestiegen seien. Die GfK beziffert den Anteil der Discounter am Ökoabsatz wertmäßig auf rund 25 %. Besser sehe es im Fachhandel aus; dort seien Preise und Nachfrage konstant geblieben.
Auf Widerspruch stießen die Erhebungen in der Ökobranche. Die Signale aus dem Naturkost-Fachhandel sprächen eine andere Sprache, betonte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Das Fachhandelsbarometer Naturkost habe im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 2,5 % gezeigt, womit nach einem leichten Rückgang im ersten Quartal die Steigerungsrate des Vorjahres wieder erreicht worden sei. Die Großhandelszahlen des Bundesverbandes Naturkost bestätigten diese Tendenz, müssten jedoch noch ausgewertet werden. Der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein betonte, man sei als Branchenverband derzeit nicht in Sorge, was die Zukunft des Marktes angehe. Allerdings sei nicht klar, welche Entwicklung der Verkauf von Ökoprodukten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel nehme und welche Wirkung eine Verschärfung der Wirtschaftskrise entfalten würde. Die Unternehmen in der Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL) könnten keinen negativen Trend in der Biobranche erkennen, im Gegenteil: „Wir haben im ersten Halbjahr 2009 sogar einen Mengenzuwachs verbucht“, betonte AoeL-Vorstand Peter Geldner. Nur durch den Preisverfall seien die Umsätze zurückgegangen.
Der Ökoanbauverband Bioland unterstrich, trotz Finanz- und Wirtschaftskrise nehme die Nachfrage nach heimischer Qualitätsware aus dem Ökolandbau weiter zu. „Unsere Bioland-Partner in Herstellung und Handel fragen vermehrt Bioland-Rohstoffe nach“, betonte der Präsident des Anbauverbandes, Thomas Dosch. Die großen Chancen für die Positionierung von heimischen Qualitätsprodukten am Markt müssten jetzt aktiv genutzt werden. Dabei könnten gegenüber Importware Marktanteile zurückgewonnen werden, nachdem sich die Schere zwischen boomenden Biomarkt und Rohstoffknappheit aus heimischer Produktion in den letzten sechs Jahren immer weiter geöffnet habe. Bioland setze auf Marktdifferenzierung, um die Weiterentwicklung der Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Nach dem Motto „Bio braucht Heimat und Beziehungen“ unterstütze Bioland gezielt heimische Betriebe durch Beratung und Vermarktungsinitiativen.
AgE
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