Schulmilchkonsum verringert Risiko für spätere Darmkrebserkrankungen

24. Februar 2011

Schulmilchkonsum verringert Risiko für spätere Darmkrebserkrankungen

Wissenschaftler von der Medizinischen Fakultät der Universität Otago in Neuseeland wollten in ihrer Studie herausfinden, ob das ehemalige staatlich geförderte Schulmilchprogramm in Neuseeland mit dazu beigetragen hat, dass die Zahl der Darmkrebserkrankungen in diesem Land inzwischen rückläufig ist. Die Studie wurde vor kurzem im Fachmagazin American Journal of Epidemiology veröffentlicht.

Zwischen 1937 und 1967 wurde mit Unterstützung der neuseeländischen Regierung an den meisten Schulen im Land kostenlos Milch ausgegeben. Hierbei erhielten die Kinder täglich etwas mehr als einen Viertelliter (284 ml) Vollmilch. Zu den Teilnehmern des Schulmilchprogramms gehörten die Generationen, die zwischen 1932 und 1962 geboren wurden.

Die Ergebnisse der Studie lassen die Schlussfolgerung zu, dass diejenigen, die an den Schulmilchprogrammen teilgenommen hatten, später ein um 30 % niedrigeres Risiko hatten, an Darmkrebs zu erkranken. Noch signifikanter waren die Ergebnisse bei den Studienteilnehmern, die noch außerhalb der Schule zusätzlich Milch verzehrt hatten. Die Odds Ratio  sank hier um 2,1 % je 100 in der Schule konsumierten Viertelliter-Milchfläschchen. Den Wissenschaftlern zufolge kann das in der Milch enthaltene Kalzium das Entstehen eines Adenoms (Geschwulst, Polyp) verhindern, weil es Mechanismen in Gang setzt, die vor toxischen Gallensäuren schützen und die zelluläre Differenzierung fördern. Es werde vermutet, so führen die Forscher in ihrer Untersuchung aus, dass sich einige Adenome im jungen Erwachsenenalter entwickeln und ihre Prävalenz mit zunehmendem Alter steigt.

„Weitere Studien zur Ätiologie von Darmkrebs (Ätiologie = Gesamtheit der Faktoren, die zu einer bestehenden Krankheit geführt haben) sollten den Einfluss des Milchkonsums, die Aufnahme von Kalzium und die Ernährung in der Kindheit sowie im Erwachsenenalter insgesamt untersuchen. Ferner sollten die biologischen Mechanismen erforscht werden, die dafür verantwortlich sein könnten, dass der Verzehr von Milch im Kindesalter mit einem verringerten Risiko für eine Darmkrebserkrankung im späteren Lebensalter verbunden sein könnte“, heißt es in der Untersuchung.

Methodik und Ergebnisse

Die Studie verglich 562 Fälle und 571 Kontrollen. Jeder Studienteilnehmer wurde zu seinem Gesundheitsverhalten und seinen Lebensgewohnheiten befragt. Außerdem mussten die Probanden angeben, ob sie früher an Schulmilchprogrammen teilgenommen hatten, ob und wie viel Milch sie auch außerhalb der Schule in ihrer Kindheit konsumiert und welche Ernährungsvorlieben sie hatten. Außerdem mussten sie die Gesamtmenge an Milch angeben, die sie pro Woche verzehrt hatten. Die bereinigten Odds Ratios waren bei denjenigen Studienteilnehmern signifikant niedriger, die in ihrer Kindheit an den Schulmilchprogrammen teilgenommen hatten und in deren Vorgeschichte keine Fälle von Colitis ulcerosa oder der Crohn’schen Krankheit vorkamen und bei denjenigen, die in Neuseeland geboren wurden. Je mehr Milch und Milchprodukte von den Kindern in der Altersgruppe zwischen 5 bis 12 Jahren zusätzlich zur Schulmilch aufgenommen worden war, desto signifikanter reduzierte sich das Darmkrebsrisiko. In der Altersgruppe 13-18 Jahre wurde dieser Effekt nicht beobachtet.

Quellen:

1.    Online-Vorabveröffentlichung; American Journal of Epidemiology, „School Milk and Risk of Colorectal Cancer: A National  Case-Control  Study“, Autoren: B. Cox und M.J. Sneyd
2.     Zusammenfassung aus www.dairyreporter.com vom 11. Februar 2011-02-22

VDM

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