Rivalen fordern Aldi heraus
Regelmäßig werden Aldi-Preise unterboten. Sogar Markenartikel sind häufig billiger als die Aldi-Eigenmarke. Die Branche wartet auf die Antwort des Discount-Primus.
In den Zentralen der Wettbewerber rechnet man jede Woche mit einem Gegenschlag von Deutschlands größtem Discounter. „Mich wundert, dass Aldi noch nicht mit Preissenkungen reagiert hat“, so ein Discount-Manager. Aldi nimmt für sich in Anspruch, Preisführer zu sein. Mit ihren Attacken greifen die Konkurrenten systematisch das ausgezeichnete Preisimage des Marktführers an. Die Aldi-Manager stehen vor keiner leichten Aufgabe, werden sie doch von zwei Seiten gleichzeitig angegriffen. Lidl, Netto und auch Kaufland unterbieten immer wieder für einige Tage die Eigenmarkenpreise des Discount-Primus.
Parallel dazu bietet der gesamte LEH derzeit Aktionspreise für Markenartikel auf früher niemals gekanntem Niveau. Nicht selten sind bekannte Marken im Moment günstiger als eine Eigenmarke von Aldi.
Die wenigen Marken, die Aldi Süd im Sortiment führt, werden ohnehin fast Woche für Woche bei den Konkurrenten im Aktionsgeschäft billiger verkauft. Nimmt Aldi Süd für Actimel 1,99 Euro, verlangen Wettbewerber dafür regelmäßig 1,59 Euro. „Die Aktionspreise sind schon seit Monaten extrem aggressiv“, bestätigt ein Discount-Einkäufer.
In einem Markt, in dem in den vergangenen Monaten sukzessive viele Preise nach oben gingen, sollen attraktive Aktionsangebote für ein positives Preisimage beim Kunden sorgen. Deshalb investieren die Vollsortimenter bei Eckartikeln gezielt in die Preise. Eine Rechnung, die aufgegangen ist. So konnten sowohl Rewe als auch Edeka zuletzt mit guten Zuwächsen beim Kunden punkten.
Insgesamt zeigt das Preisniveau im Discount wie auch im Vollsortiment klar nach oben. Die Inflationsrate für Nahrungsmittel lag laut statistischem Bundesamt in den ersten drei Monaten dieses Jahres stets über 2 Prozent. Umso wichtiger sind spektakuläre Preise, die dem Kunden das Gefühl geben, günstig einzukaufen.
Sie gelten zwar oft nur für einige Tage und nicht wie bei Aldi über Monate, und doch kann der Marktführer an der Kampfpreiswelle auf Dauer nicht vorbeigehen. Denn das Vertrauen in die Preise ist ein zentraler Faktor im System Aldi.
Da passt es nicht ins Konzept, wenn Überraschungseier von Ferrero bei Aldi für 55 Cent angeboten werden, während die Discount-Konkurrenz in der Aktion nur 44 Cent verlangt. Und es häufen sich Fälle, in dem selbst Markenartikel unter dem Preis der Eigenmarken angeboten werden.
So kostete Granini Trinkgenuss in der Literflasche bei Kaufland 88 Cent, bei Rewe sogar nur 79 Cent. Das vergleichbare Aldi-Produkt wird für 89 Cent angeboten.
Deshalb wird mit einer baldigen Preissenkungsrunde von Aldi gerechnet. Die Spielräume dafür sind allerdings angesichts vieler teurer gewordener Rohstoffe kleiner. Das vergangene Jahr hat zudem gezeigt, dass sogar die Frequenz trotz Preissenkungen nicht gestiegen ist.
LZnet/hjs.
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