EHEC: Kein Ausschank von Rohmilch bei Hofbesuchen
Die Zahl der schweren Verläufe (rund 214 HUS-Fälle bis zum 25.05.2011) in einem kurzen Zeitraum ist sehr ungewöhnlich, auch die betroffenen Altersgruppen sind untypisch. Aktuell sind vor allem Erwachsene betroffen (Robert Koch Institut). Der Erreger ist inzwischen identifiziert worden, es handelt sich um eine veränderte Variante, die gegen viele Medikamente resistent geworden ist. Als eine Quelle (von evt. mehreren Quellen) für die Erkrankungen sind mittlerweile Salatgurken aus Spanien identifiziert worden. Nach wie vor unbekannt ist, wie es zu der Kontamination der Gurken und der Infektion der Betroffenen gekommen ist.
Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind eine gefährliche Sondergruppe der ansonsten harmlosen Kolibakterien, die im Darm von Nutztieren wie Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen aber auch von infizierten Menschen vorkommen. Durch die Abgabe von Zellgiften können sie bei Menschen schwere Erkrankungen wie kolikartige Bauchschmerzen, Fieber, blutigen Durchfall und Erbrechen bis hin zu Nierenversagen (HUS) auslösen. Gerade bei kleinen Kindern kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Etwa 1 bis 5 % der Fälle verlaufen tödlich.
Die Infektion kann durch direkten Kontakt mit Tieren, aber auch durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln, z.B. auch von Rohmilch, übertragen werden. Rohmilch direkt vom Bauern (so genannte „ab Hof-Milch“) sollte daher immer abgekocht werden. Da Vorzugsmilch (eine ausschließlich von zugelassenen Betrieben abgegebene Rohmilch) unter besonderen Hygienebedingungen gewonnen wird, besteht nur ein geringes Risiko. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt weist darauf hin, dass pasteurisierte und ultrahocherhitzte Milch sowie aus pasteurisierter Milch hergestellte Milchprodukte durch die Wärmebehandlung völlig risikolos sind.
Aufgrund der aktuellen EHEC-Fälle möchte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) noch einmal darauf hinweisen, dass generell bei Schulklassenbesuchen oder anderen Hofbesichtigungen unbedingt auf den Ausschank von Rohmilch und Rohmilchproben verzichtet wird. Um sich keinerlei Verdacht auszusetzen, sollte man sogar davon absehen, abgekochte eigene Milch auszugeben.
Auch auf einem hervorragend geführten Betrieb besteht die Gefahr, dass Tiere unerkannt Träger von krankmachenden Keimen wie EHEC-Bakterien werden, die auch in die Rohmilch gelangen können.
Für Gäste auf den Höfen sollten unbedingt pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Milchprodukte aus dem Lebensmitteleinzelhandel oder von der Molkerei eingesetzt werden.
LVN/Fritsch
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