CO2-Fußabdruck: ein geeigneter Nachhaltigkeitsindikator für Lebensmittel?

29. September 2011

CO2-Fußabdruck: ein geeigneter Nachhaltigkeitsindikator für Lebensmittel?

Der CO2-Fußadruck oder Product Carbon Footprint (PCF) erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Bekanntheit, auch in der Lebensmittelbranche gibt es bereits Siegel, die den PCF ausloben.

Was ist der PCF und wozu soll er dienen?

Mit dem PCF werden die CO2-Emissionen, die entlang einer gesamten Produktionskette eines Produktes entstehen, ausgewiesen. Für Lebensmittel entspricht dieser der gesamten Wertschöpfungskette von der landwirtschaftlichen Urproduktion bis zum Konsumenten. Dazu zählen also alle weiteren Zwischenstufen wie die Verarbeitung und der Transport. Die dabei anfallenden treibhauswirksamen Emissionen (vor allem Methan, Lachgas und Kohlendioxid) werden nach ihrer Klimawirksamkeit in CO2-Äquivalente umgerechnet. Ziel des PCF ist es, die Treibhausgasemissionen transparent darzustellen und dem Konsumenten so eine verantwortungsbewusste Entscheidung zu ermöglichen.

PCF für Lebensmittel – kritisch betrachtet

Durch die differenzierte Darstellung der Emissionen entlang des Produktionsprozesses kann aufgezeigt werden, an welcher Stelle sich die größten Einsparpotenziale befinden. Damit wird die Grundlage für die Erarbeitung von Handlungsoptionen gelegt. Kritisch zu sehen ist, dass es bisher keine einheitlichen Standards für die Ermittlung der PCF-Werte gibt. Dadurch können gleiche Produkte je nach Bewertungsverfahren unterschiedliche Werte erreichen. Zu bedenken ist außerdem, dass der PCF sich auf eine einzige Umweltwirkung, nämlich den Ausstoß von treibhauswirksamen Emissionen, stützt.

Die Wissenschaftlerin des ifeu gab daher zu bedenken, dass, wie z.B. bei einer umfassenden Ökobilanz, weitere Umweltfaktoren betrachtet werden müssen. Außerdem werden, so die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN),  über den PCF keine sozialen und ökonomischen Auswirkungen als Teil des Drei- Säulen-Modells der Nachhaltigkeit betrachtet. „Der PCF“, so das Fazit von Frau Dr. Müller-Lindenlauf in Bonn, „ist wissenschaftlich nicht als geeigneter Nachhaltigkeitsindikator für ein Produkt zu empfehlen.“

ifeu/Müller-Lindenlauf/LVN/Kraack

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