PIK-Forscher fordern konsequente Maßnahmen gegen Stickstoffemissionen
„Stickstoff ist für Pflanzen ein unersetzlicher Nährstoff aber auch ein Umweltrisiko“, erklärte der Leitautor der Studie, Benjamin Bodirsky, diese Woche in Potsdam. In den verschiedenen Formen, die er durch chemische Reaktionen annehmen könne, trage er massiv zur Feinstaubbelastung bei. Er unterstütze die Bildung bodennahen Ozons, das die Atemwege reize, und lasse Gewässer ökologisch umkippen. Die Schäden allein in Europa schätzt Bodirsky auf bis zu 4 % der Wirtschaftsleistung. Etwa die Hälfte dieser Stickstoffbelastung soll aus der Landwirtschaft kommen.
Wie das PIK berichtete, kamen die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass die Risiken nur dann deutlich reduziert werden könnten, wenn sich sowohl in der Nahrungserzeugung als auch im Konsum etwas ändere. So werde jede zweite auf den Feldern ausgebrachte Tonne Stickstoff derzeit nicht von den Pflanzen aufgenommen, sondern vom Regen ausgewaschen, von Kleinstlebewesen zersetzt oder vom Wind weggeweht. Um diese Verluste und damit auch die Umweltbelastung zu verringern, empfehlen die Forscher, die Düngung zielgenauer an den Bedarf der Pflanzen anzupassen. Zudem sollte der Nährstoffkreislauf besser durch die Verwendung von Dung als durch mineralischen Dünger geschlossen werden.
Mit Blick darauf, dass die Umweltbelastung durch Stickstoffdünger künftig allein aufgrund des Nahrungsbedarfs der wachsenden Weltbevölkerung weiter zunehmen dürfte, warnen die PIK-Wissenschaftler davor, das Problem auf die leichte Schulter zu nehmen. Stattdessen raten sie zur möglichst schnellen Umsetzung der von ihnen angeregten Maßnahmen, die den Ausstoß nach ihren Berechnungen bis 2050 bei überschaubaren Kosten um bis zu 50 % verringern könnten.
AgE
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