FAO Bericht zu Lebensmittel und Landwirtschaft 2013: welche Rolle spielt Milch?
Folgende Kernaussagen werden im aktuellen FAO-Bericht getroffen:
Jede dieser Aussagen trifft die Milchwirtschaft direkt.
In den Ländern, in denen Unterernährung oder Mikronährstoff-Mangel ein Problem darstellen, werden Projekte initiiert, die Milchproduktion und Milchkonsum fördern. Als Beispiel wird in Äthiopien solch ein Projekt „FARM-Africa Dairy Goat Development Project“ durchgeführt. Es fördert die Entwicklung der Ziegenhaltung und Ziegenmilchproduktion in den Dörfern und deren Ergebnisse zeigen, dass verstärkter Milchkonsum (Steigerung um 119%) den Dorfbewohnern geholfen hat, mehr Energie (plus 39%) aus tierischen Erzeugnissen einzunehmen und dabei mehr Proteine (plus von 39%) und mehr Fette (plus von 63%) aus ihrem Essen zu bekommen.
Es wird deutlich, dass Milch für die Lösung der Unter- oder Mangelernährungsprobleme eine sehr wichtige Rolle spielt, wenn ein weiteres Beispiel eines solchen Projektes betrachtet wird: „Milk Matters“ wurde auch in Äthiopien durchgeführt und zielte auf Kinder der Region ab. Die Ergebnisse, die 2012 veröffentlicht wurden, zeigten klar, dass Milcheinnahmesteigerung von 650 Ml/Tag auf 1050 Ml/Tag zu einer Steigerung der Energieeinnahme von 264 Kcal/Tag und der Proteineinnahme von 12,8 g/Tag führte. Dazu kamen wertvolle Fettsäuren. Dank diesen Änderungen in der Ernährung, hatten die Kinder in der Kontrollregion einen viel stabileren gesundheitlichen Zustand während der Dürreperioden im Vergleich zu anderen Regionen.
Große Marktakteure merken auch, dass die Teilnahme an solchen Projekten sehr wichtig ist. Als Beispiel wird im FAO-Bericht das gemeinsame Projekt der Danone Gruppe und Grameen Bank in Bangladesch genannt. 2006 wurde der Grameen Danone Foods (GDF) gegründet, der zusammen mit der Global Alliance for Improved Nutrition Joghurt auf den Markt brachte, der mit wichtigen Nährstoffen angereichert wurde (30% des empfohlenen Tagesdosis (RDA) für Zink, Eisen, Vitamin A und Jod und 12,5% des RDA für Kalzium). Als Teil des Projektes werden die einkommensschwachen Einwohner in die Versorgungskette einbezogen: ca. 50 Molkereien werden bis 2020 gebaut und jede soll ungefähr 500 Milcherzeuger an sich binden. Die schon bestehenden Molkereien werden so umgebaut, dass sie die Milch von regionalen Kleinerzeugern aufnehmen können, die fünf oder weniger Kühe und keine Lagermöglichkeiten haben. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Milchwirtschaft wird in diesem Bereich genannt: die Schulmich-Programme – sie tragen deutlich dazu bei, dass die Kinder sich ausgewogener ernähren und wichtige Mikroelemente und Nährstoffe mit der Milch bekommen. Zwar wird die Kosten-Nutzen Frage hier auch angedeutet, es steht in dem Bericht fest, dass Schulernährungs- bzw. Schulmilchprogramme politisch und gesellschaftlich von großer Bedeutung sind und helfen eindeutig gesunde, lebenslange Essgewohnheiten bei den Kindern zu bilden.
In OECD-Mitgliedsstaaten stehen andere Ernährungsprobleme auf der Agenda. Hier geht es um die gesundere Ernährung und um den Kampf gegen die Fettleibigkeit, die zunehmend auch die Kinder trifft. Für die Milchwirtschaft bedeutet diese Situation nicht weniger Milchkonsum, sondern gesündere Milchprodukte zu essen, die als hochwertige Energie- und Proteinquelle geschätzt werden. Der FAO-Bericht stellt auch fest, dass politisches Eingreifen, z.B. Steuern für einzelne Produkte oder Nährelemente (wie die Fett-Steuer in Dänemark) nicht die erwünschten Ergebnisse bei der Änderung der Ernährung bringt und eventuell sogar die Produktion von für die Gesundheit hochwertigen Produkten behindert.
Die Tabelle unten zeigt, dass längst nicht alle ernährungsbezogenen Probleme in Deutschland gelöst sind, was auf jeden Fall entsprechendes gemeinsames Agieren von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erfordern wird.


Der gesamte Bericht kann unter dem folgenden Link abgerufen werden:
https://www.fao.org/docrep/018/i3300e/i3300e.pdf
VDM/LVN
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