Russlands Embargo beflügelt südamerikanische Absatzerwartungen

07. August 2014

Russlands Embargo beflügelt südamerikanische Absatzerwartungen

Der Verband brasilianischer Tierproduzenten (ABPA) stellte fest, dass das südamerikanische Land pro Jahr zusätzliche 150 000 t Geflügelfleisch nach Russland ausführen könne. Das entspreche ungefähr der Menge, die bislang die USA dorthin verkauft hätten.
Auch in Argentinien wittert die Fleischindustrie unerwartete Absatzchancen. Die dortige Kammer der Fleischwirtschaft (CICCRA) unterstrich laut russischen Medienberichten, man sei „interessiert“ an einem Ausbau der Geschäftsbeziehungen. Allerdings bestünden derzeit von russischer Seite noch so viele Einfuhrrestriktionen für argentinische Produkte, dass weitere diplomatische Bemühungen notwendig seien. In Peru hob die Vereinigung der Exporteure (ADEX) hervor, dass die heimischen Erzeuger vor allem Früchte und verarbeitete Produkte nach Russland liefern könnten.
Aus Chile kamen dagegen auch verhaltene Reaktionen. Der Exportinformationsdienst Decofrut erklärte gegenüber heimischen Medien, Fröste und Trockenheit in den zurückliegenden Monaten hätten zu derzeit nur kleinen Obstvorräten geführt. Chile sei gegenwärtig nicht in der Lage, schnell zusätzliche Bestellungen an Obst zu bedienen. Einschätzungen von Experten zu anderen wichtigen Exportprodukten aus Chile, etwa zu Lachs, gab es nicht.
Russland sucht derzeit verstärkt nach alternativen Nahrungsmittellieferanten und hat dazu Gespräche mit mehreren südamerikanischen Staaten aufgenommen. Ferner hat Moskau 87 weitere brasilianische Fleischverarbeitungsbetriebe und zwei Molkereibetriebe als Lieferanten zugelassen.
AgE

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