EU-28: 409 Mio. EUR Superabgaben für 2013/14

EU-28: 409 Mio. EUR Superabgaben für 2013/14

Wie die EU-Kommission am 3. Oktober 2014 mitteilte, haben acht Mitgliedsstaaten ihre Lieferrechte überschritten, während 20 Länder ihre Quoten nicht vollständig ausnutzten. Dabei erreichte Belgien mit einer marginalen Unterlieferung eine „Punktlandung“. Überliefert wurden die Quoten in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Dänemark, Österreich, Irland, Zypern und Luxemburg um insgesamt 1,47 Mio. t. In Estland wurde eine Überlieferung durch die negative Fettkorrektur vermieden. Im Vorjahr hatten Österreich, Dänemark, Deutschland, Zypern und Polen ihre Lieferrechte um insgesamt 0,16 Mio. t übertroffen. Nur in Österreich fiel die Überlieferung niedriger aus als im Vorjahr. In den übrigen Ländern ist sie größer geworden. In den überliefernden Ländern wuchs die Milchmenge im Schnitt um 3,4 %, in den unterliefernden Ländern hingegen um 1,8 %. In einigen Ländern war das Milchaufkommen im vergangenen Quotenjahr entgegen dem steigenden Trend rückläufig, und zwar in Italien, Griechenland, Portugal, Malta, Ungarn, Slowenien und der Slowakei. Die Quotenausnutzung ist in den einzelnen EU-Ländern erneut sehr uneinheitlich. Sie schwankt zwischen einer Unterlieferung um 53,9 % in Bulgarien und einer Überlieferung von 4,0 % in den Niederlanden.
Für die Nichteinhaltung der Anlieferungsquoten müssen nach Brüssel Strafzahlungen in Höhe von 408,7 Mio. EUR abgeführt werden. Die größten Zahlungen fallen in Deutschland mit 163,87 Mio. EUR und in den Niederlanden mit 132,2 Mio. EUR an. Prozentual betrachtet haben die Niederlande ihre Quoten um 4 % am stärksten überschritten. Die Strafzahlungen sind die höchsten der vergangenen Jahre und übertreffen auch den Stand des Jahres 2007/08 mit damals 339 Mio. EUR deutlich. Besonders groß sind die Unterlieferungen in Frankreich und im Vereinigten Königreich.
Weiter zurückgegangen ist im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Milchlieferanten auf insgesamt 610.434. In der EU-27 nahm sie um durchschnittliche 5,3 % ab. Sie sank in allen Ländern mit Ausnahme Irlands, wo eine Zunahme um 3,2 % verzeichnet wurde. In Deutschland waren mit 76.190 Lieferanten 4,3 % weniger registriert als noch 2012/13. Mit über einem Drittel sind die meisten Milchlieferanten in Polen und Rumänien ansässig, mit allerdings unterdurchschnittlichen Betriebsgrößen. Am Milchaufkommen in der EU-28 haben sie gemeinsam einen Anteil von 7,2 %.

Von den Überlieferungen sind hauptsächlich die Anlieferungsquoten betroffen, Die Direktvermarktungsquoten, auf die 2,4 % der Gesamtquoten entfallen, wurden erneut lediglich in den Niederlanden übertroffen und zwar um 4,22 % (Vorjahr 1,35 %). In Deutschland wurde die Direktvermarktungsquote zu 70,2 % ausgenutzt.
ZMB

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