Bericht der EU-Kommission zu den kurzfristigen Marktaussichten

Bericht der EU-Kommission zu den kurzfristigen Marktaussichten

Der durchschnittliche EU-Milchpreis für Juli 2014 lag bei 37,3 €/100 kg (2,5 % über dem Vorjahresmonat). Über die ersten sieben Monate des Jahres betrachtet, lag der Milchpreis im Durchschnitt 11 % über dem Vorjahrespreis. Es wird erwartet, dass der Milchpreis noch nicht seinen Tiefpunkt erreicht hat und vermutlich erst in der zweiten Hälfte im Jahr 2015 wieder steigen wird.

Gute Futterqualität und ein hoher Auszahlungspreis führten in der ersten Jahreshälfte 2014 zu einer Produktionsmengensteigerung um 5,8 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Unter diesen Voraussetzungen wird es auch in den kommenden Monaten zu keinem Produktionsrückgang kommen, auch wenn es in einigen Mitgliedsstaaten mit Blick auf sich abzeichnende Überlieferungen notwendig wäre. Für das gesamte Kalenderjahr 2014 geht die EU-Kommission von einem Zuwachs um 3,7 % auf 146,4 Mio. t aus. Für das kommende Jahr 2015 sieht sie trotz des Quotenendes nur eine moderate Steigerung um 1,6 %.

MMP-Exporte aus der EU waren in den ersten Monaten des Jahres hoch (+60 % gegenüber 2013). Algerien und China sind die größten Abnehmer des Produkts. Ein schwacher Euro gegenüber dem US-Dollar könnte zusätzlich steigende Exporte nach Afrika und Asien realisieren. Im Jahr 2014 wird eine Exportmenge von 580.000 t MMP und im nächsten Jahr eine weitere Steigerung um 15 % erwartet. Ähnlich verhielt es sich mit der VMP-Produktion, die um 14 % anstieg (Export +13 %). Für das gesamte Jahr wird eine VMP-Produktion von 780.000 t erwartet, davon 415.000 t für den Export.

Während die Märkte für Milchpulver eher weniger vom russischen Importstopp betroffen sind, zeichnet sich auf dem Butter- und Käsemarkt eine andere Situation ab. Die Butterproduktion stieg im ersten Halbjahr, verglichen mit dem Vorjahr, lediglich um 3 %. Die Exportmenge nahm um 28 % in den Monaten Januar bis Juli im Vergleich zu 2013 zu. Allein 25 % der exportierten Ware nahm Russland auf. Für das gesamte Jahr 2014 wird eine Exportsteigerung von 13 % (130.000 t) gegenüber 2013 erwartet.

Der Käsesektor ist ebenfalls direkt vom russischen Importstopp betroffen. 30 % des europäischen Käseexports ging nach Russland (3 % der EU-Produktion). Auch wenn angenommen wird, dass der Export in andere Länder um 8 % steigt, so wird ein Rückgang des Käseexports um 11 % verglichen mit dem Jahr 2013 erwartet. Die Exportprognose für das nächste Jahr liegt bei 736.000 t und würde somit 5 % über dem diesjährigen Jahr liegen, sollte der russische Importstopp ein Jahr anhalten.

DRV

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