Deutschland: Quote kräftig überliefert

Deutschland: Quote kräftig überliefert

Im Vorjahr waren die Anlieferungen in der zweiten Hälfte des Abrechnungszeitraums weiter gestiegen, so dass sich für das Gesamtjahr eine Überlieferung um 1,9 % ergab. In der ersten Oktoberhälfte wurde nach der wöchentlichen Schnellberichterstattung der ZMB wiederum mehr Milch angeliefert als im Vorjahr um die gleiche Zeit. Auch wenn die Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr zuletzt kleiner geworden sind, dürfte sich die Überlieferung damit weiter verstärkt haben.

Hohe Quotenüberlieferungen sind damit faktisch nicht mehr abzuwenden. Sie werden aller Voraussicht nach auch spürbar höher ausfallen als im Vorjahr, sofern es nicht zu massiven Änderungen des Anlieferungsverhaltens kommt. Bereits um die Überschreitung auf etwa die Höhe des Vorjahres zu begrenzen, müssten die Anlieferungen von November 2014 bis März 2015 um mehr als 4 % unter das Vorjahresniveau gesenkt werden. Ein solches Szenario ist recht unwahrscheinlich, da die Vorräte für die Winterfütterung in vielen Fällen sehr gut sind.  Gleichzeitig sinken die Kraftfutterkosten und die Nachfrage nach Schlachtkühen hält sich in Grenzen.
Damit kommen auf die überliefernden Betriebe voraussichtlich hohe Strafzahlungen nach Brüssel zu. Mit steigenden Gesamtüberlieferungen werden die Milderungen der Abgabenlast durch die Molkerei und Bundessaldierung aller Voraussicht nach kleiner werden. Beim nächsten und letzten Börsentermin am 3. November 2014 werden sich Betriebe, die ihre Quoten nicht vollständig ausnutzen, von ihren Lieferrechten trennen. Damit werden die Saldierungsmassen schrumpfen. Damit wird das überlieferte Kilogramm teurer als in den Vorjahren. Unter den aktuellen Marktverhältnissen ist zudem mit deutlich sinkenden Milchauszahlungspreisen zu rechnen, die die Deckungsbeiträge für die überlieferten Mengen zusätzlich schmälern werden.
ZMB

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