Milchlandpreis 2014: Die Otte-Mennenga GbR als Gewinner der Bronzenen Olga
LVN: Frau Mennenga-Otte, Sie sind in die Milchwirtschaft hineingeboren. Wann stand für Sie fest, dass Sie den Weg als Landwirtin gehen?
F. Mennenga-Otte: Das war 1994. Ich hatte gerade mein Abitur in der Tasche, als mein Bruder meinem Vater ankündigte, er wolle keine landwirtschaftliche Ausbildung machen, sondern Architekt werden. Für mich stand fest, dann werde ich Landwirtin.
LVN: Jeder Milchviehbetrieb in Niedersachsen hat seine Besonderheiten – welche sind das in Ihrem Betrieb?
F. Mennenga-Otte: Das besondere an unserem Betrieb ist sicher die Zweiteilung der Betriebsteile: Unsere Jungviehaufzucht ist auf unseren Betrieb in Krummhörn ausgelagert. Diesen Teil bewirtschaftet mein Bruder als Angestellter. Mein Mann und ich kümmern uns hier am Standort Bakum-Lüsche um die Milchviehhaltung.
LVN: Sie haben eine große Zuchtleidenschaft, haben Sie Ihre Kinder schon angesteckt?
F. Mennenga-Otte: Ja, die Kinder nehmen jedes Jahr am Vorführwettbewerb der Jungzüchter teil. Sie waren traurig, als wir die Teilnahme am Wettbewerb im letzten Jahr wegen des Regenwetters abgesagt haben.


LVN: Was ist Ihnen als Landwirtin besonders wichtig bei der Führung Ihres Betriebes, insbesondere auch in Sachen Kuhkomfort?
F. Mennenga-Otte: In unserem Stall, in dem wir 180 Tiere halten dürften, haben wir nur 140 Kühe. Jede Kuh soll ausreichend Platz haben. Auch haben wir die Übergänge verbreitert. Natürlich hat jede Kuh einen Liege- und einen Fressplatz. Es gibt genug Tränken und eine Kuhbürste.
LVN: Die Ausbildung junger Menschen hat in Ihrem Betrieb Tradition. Wie viele Auszubildende hatten Sie bereits? Was schätzen Sie an der Ausbildung junger Menschen?
F. Mennenga-Otte: Insgesamt hatten wir acht Auszubildende. Mit jedem Auszubildenden lernt man dazu. Das ist genauso wie in der Kindererziehung. Wir haben beide die Ausbilder-Eignung. Gerade absolviere ich zusätzlich die Meisterausbildung. Es gibt immer noch Dinge, die neu sind.
LVN: Was hat sich nach Ihrer letzten Teilnahme am Milchlandpreis im Jahr 2012 auf Ihrem Betrieb verändert?
F. Mennenga-Otte: Inzwischen wurde der Jungviehstall gespiegelt, so dass wir die doppelte Menge an Jungvieh aufziehen können. Außerdem haben wir eine Maschinen- und Futtermittelhalle gebaut, die auch als Strohlager genutzt wird. Das Gulfhaus, welches auf unserem Grundstück steht, wurde komplett in Eigenregie entkernt und neu aufgebaut. Es entstand ein 250 qm-großer Wohnbereich.
LVN: Welche Zukunftspläne haben Sie für Ihren Betrieb?
F. Mennenga-Otte: Wir werden unsere Öffentlichkeitsarbeit rund um unseren Betrieb aktiv fortführen. Wichtig ist mir auch die stetige Fortbildung und der rege Austausch mit Berufskollegen.
Wir werden betrieblich erst einmal an den „kleinen Schrauben“ drehen. In 5 bis 6 Jahren wissen wir eventuell, ob unser Ältester sich für die Landwirtschaft entscheidet. Dann werden wir neu überlegen, welche Pläne wir umsetzen. Auch für den Standort in Krummhörn gibt es Ideen. Wir werden unsere Kinder aber nicht zur Landwirtschaft überreden.
LVN/Licher
Das könnte dich auch interessieren
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen