50 Jahre Ahlemer Ingenieure: Ein großes „Familientreffen“
„Die Hochschulausbildung in Ahlem ist inzwischen über die Grenzen der Stadt und der Region hinaus ein Aushängeschild für die Hochschule Hannover“, heißt es im Vorwort der Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljaji?.
1.500 Ingenieurinnen und Ingenieure für die Fachrichtungen „Milchwirtschaftliche Lebensmitteltechnologie“, „Technologie nachwachsender Rohstoffe“ sowie „Lebensmittelverpackungstechnologie“ sind in den 50 Jahren am Standort Ahlem ausgebildet worden.
Studiendekanin Britta Rademacher: Studienabschluss aus Ahlem ist bekanntes Markenzeichen
„Die Ausbildung hat sich in einem stark wandelnden Umfeld bewährt, weil wir in Ahlem immer aufgeschlossen gegenüber Veränderungen waren“, so Prof. Dr.-Ing. Rademacher während des Festkommers. Der Studienabschluss aus Ahlem sei seit 50 Jahren ein in der Praxis bekanntes Markenzeichen. Erstaunlich sei, dass der Anteil der weiblichen Studierenden von 0 auf 50 % gestiegen sei. Bezeichnend sei auch die enge Verknüpfung mit der Praxis, die sich in vielfältigen Kooperationen mit der Industrie und den daraus hervorgegangenen Forschungsprojekten ausdrücke.
Auch die Grußwortredner Kammerpräsident Gerhard Schwetje und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes Udo Folgart sowie die Vizepräsidentin der Hochschule Hannover, Prof. Dr.-Ing. Marina Schlünz, legten ihre Wertschätzung gegenüber der Hochschulausbildung in Ahlem dar und erwähnten notwendige Forschungsaktivitäten, um die Milchwirtschaft zu stärken.
Festredner Dr. Hoppe: Ausbildung für die gestaltende Führungskraft
„Unser Bestreben ist es, in der Milch- und Molkereiwirtschaft die Zahl der konzeptionell-schöpferisch Wirkenden zu verstärken. Unsere Ausbildung ist deshalb auf die gestaltende Führungskraft abgestellt und hat zum Ziel, dass diese Führungskraft stets einen Überblick über das Unternehmen und den Wirtschaftszweig in Form einer integrierten technischen, technologischen und wirtschaftlichen Gesamtschau erwirbt und diese vor allem auch behält“, so zitierte Dr. Hoppe die Worte aus seinem Festvortrag des Gründungsjahres 1965. Er ging in seiner unnachahmlichen Art mit kleinen persönlichen Anmerkungen sehr akzentuiert auf die 50 Jahre ein. Outete sich im Gegensatz zur vielzitierten „Best Ager“- Zielgruppe 50 als „Ü-85er“. Die Einrichtung des Studienganges habe zähe Überzeugungsarbeit gekostet. Als Rettungsanker habe man den Schwerpunkt Milch- und Molkereiwirtschaft schließlich an die Ingenieurschule für Landbau in Hildesheim angebunden – jedoch schaltete und waltete man eigenständig! 1972 wurde das Ingenieurstudium des Fachbereichs „Milch- und Molkereiwirtschaft“ der Fachhochschule Hannover angegliedert und das Ministerium für Wissenschaft und Kultur übernahm die Trägerschaft der Einrichtung. Das nunmehr bestens informierte und auch unterhaltende Auditorium feierte den rüstigen Festredner mit „standing ovations“ – die älteren Absolventen befanden, dass er sich kaum verändert hätte.
Das Ahlemer Hochschulforum hatte sich als Dank an seine ehemaligen Vorsitzenden etwas ganz Besonderes ausgedacht: Dr. Gerhard Hoppe, Karl Osmers (ehemals Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V.) und Rainer Sievers (ehemals Milchunion Hocheifel eG) wurden beim Festakt in Hannover mit einer Urkunde für ihre außerordentliche Unterstützung der Ahlemer Hochschulausbildung geehrt. Die sehr informativen und stimmungsvollen Laudatien wurden von Dr. Lutz Rudzik für Dr. Hoppe, Franz Roiner für Karl Osmers und Jakob Ramm für Rainer Sievers gehalten.
Die Vorsitzende der Ahlemer Ingenieure e.V., Undine Pages, würdigte die Ehrenmitglieder für ihre Verdienste rund um den Studiengang. Auch heute werde in der Abteilung mit viel Energie und Ideen gearbeitet. Die Neuentwicklungen und Forschungsarbeiten hätten vielfach den Nerv der Zeit getroffen, das zeigten der heutige Stand der Technik und auch die Entwicklung der Studentenzahlen.
Ingo Müller, der Vorsitzende des Ahlemer Hochschulforums e.V., wies auf die Bedeutung des Studienganges hin: „Die Absolventen der Hochschule Hannover-Ahlem sind eine wichtige Quelle für den Führungsnachwuchs. Wie schon vor 50 Jahren, so ist auch heute der hervorragend ausgebildete und motivierte Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines erfolgreichen Unternehmens.“ Am Abend des Festtages würdigte er das vierköpfige Organisatoren-Team, bestehend aus Undine Pages, Britta Rademacher, Heinrich Wietbrauk und Eberhard Wüst, mit einem besonderen Dankeschön für ihren überaus engagierten Einsatz.
Was wäre ein großes Jubiläum ohne Festschrift? Am Ende des Festakts stellte Prof. Heinrich Wietbrauk den mit viel Rechercheaufwand und Liebe zum Detail zusammengestellten 90-seitigen Band „50 Jahre Ahlemer Ingenieure | 1965-2015“ vor, in dem u.a. jeder Jahrgang namentlich benannt wird. Die zahlreichen Fotos der Ehemaligen sorgten alsbald zu amüsierten Gesprächen.
Durch den Festakt führte in seiner unterhaltsam-frischen Art Prof. Dr. Eberhard Wüst, der jedem Programmpunkt die entsprechende Note verlieh.
Und wie stößt man bei einem 50-jährigen milchwirtschaftlichen Jubiläum an? Selbstredend wurden die Gäste mit einem Milchshake von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. begrüßt.
Die Ausbildung heute
Aus dem früheren Studiengang Milch- und Molkereiwirtschaft haben sich inzwischen drei Bachelor- und 2 Masterstudiengänge entwickelt. Jährlich beginnen rund 100 junge Menschen ihr Studium in der Abteilung „Bioverfahrenstechnik“. Der Anteil an Studentinnen liegt heute bei 50 %, was für einen MINT-Studiengang außergewöhnlich ist (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Die Lehr- und Forschungsgebiete haben sich um die aktuellen Themen Produktion und Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe und Verpackung von Lebensmitteln erweitert. Die Gründung des Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe sowie des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Holzfaserforschung beweist die rege Forschungsaktivität. Für die Zukunft ist der Standort Ahlem als Teil der Hochschule Hannover gesichert, Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten werden erforderlich sein.
Eine Bildauswahl vom Jubiläum ist unter www.milchwirtschaft.de/bildergalerie/ abzurufen, weitere Bilder folgen in der nächsten Woche.
LVN/Licher
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