Mut schöpfen für ein Berufsleben voller Wandlungen

16. November 2017

Mut schöpfen für ein Berufsleben voller Wandlungen

Lebenslanges Lernen sei keineswegs lästige Pflicht, sondern böte vielfältige Chancen, schärfte Dr. Steffi Burkhart ihrem jungen Publikum ein. Die Hauptreferentin des Arbeitnehmertags ist Expertin für den Wandel der Arbeitswelt und gilt als Sprachrohr der „Generation Y“ (Jahrgänge 1980 bis 1995). „Die qualitative Bedeutung junger Menschen ist groß, quantitativ sind wir in der Minderheit“, betonte sie. Die Aussage „Mach Abi, geh zur Uni, dann hast du einen sicheren Job fürs Leben“ hat laut Burkhart mit der heutigen Realität nichts mehr zur tun: „Wir werden im Leben etwa sechs Mal unseren Job wechseln.“
Auch für den Agrarbereich gelte daher: „Wir stehen in der Selbstverantwortung, uns ständig weiterzuentwickeln – ein Drittel der Kompetenzen, die wir heute benötigen, werden in fünf Jahren andere sein.“ Aber das müssten die Nachwuchskräfte nicht alleine stemmen, bekräftigte Burkart mit Blick auf die Chefs von heute: „Fordert gute Führung ein – in einer Welt, die sich immer schneller dreht, die sich stark verändert, reicht ein Umfeld mit mittelmäßiger Führung nicht mehr aus.“ Burkarts Botschaft: „Habt Mut, das zu tun, was Euch Freude bereitet.“ An die Adresse der Unternehmen sagte sie: „Schaffen Sie Experimentierräume für junge Leute.“ Mitarbeit, Teilhabe und gegenseitiger Austausch in den Betrieben müssten gestärkt werden.
Wie deutlich die permanente Wandlung bereits heute zu spüren ist und wie dadurch die Anforderungen an den Nachwuchs steigen, wurde auch in der Diskussionsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung, Berufsschulen, von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sowie der LWK deutlich. „Nach der Ausbildung spielt im Berufsleben die Weiterbildung immer wieder eine entscheidende Rolle“, sagte Klaus Oks, bei der Arbeitsagentur Geschäftsführer der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.
„Da operativ nicht mehr viel zu tun sein wird, brauchen wir kaum noch mittelmäßig ausgebildete Bediener“, stellte Prof. Dr. Michael Clasen klar. Der Dozent für Wirtschaftsinformatik und Agrarinformatik an der Hochschule Hannover forderte eine Trendwende in der Bildungspolitik, die aktuell noch zu sehr auf konkrete Lernziele ausgelegt sei: „Um den technischen Fortschritt aktiv mitzugestalten, brauchen wir absolute Exzellenz.“
LWK-Vizepräsident Hermeling appellierte daher an die Arbeitgeber: „Seien Sie auch als Chef offen für die Weiterbildung.“ Fachkräfte in der Landwirtschaft würden aktuell sehr stark gesucht. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die weiteren Bildungsträger hätten dazu interessante Seminarangebote.

Zwischenbilanz Agritechnica
Die seit dem 12. November laufende weltweit größte Landtechnikmesse, die Agritechnica 2017, zeigt sich als der erwartete, große Besuchermagnet. Nach Angaben des Veranstalters DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) haben nach zwei Exklusivtagen sowie den ersten beiden großen Besuchertagen bereits mehr als 200.000 Landwirte aus aller Welt die Agritechnica besucht. Dies entspricht dem Zwischenergebnis der Agritechnica 2015. Eine erste Umfrage zeigt, dass ein Viertel der Besucher aus dem Ausland kommt.
Das bisherige Besucheraufkommen spiegelt die gegenwärtige Stimmung in der Branche wider, die von großer Zuversicht geprägt ist. Die Landwirte aus aller Welt kommen zur Agritechnica, um ihre Betriebe zukunftsfähig zu machen. Sie informieren sich sehr gezielt über die Möglichkeiten, die Effizienz in der Produktion zu erhöhen bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen. Hier sind gerade im Pflanzenbau große Potenziale durch Elektronik und Automatisierung vorhanden. Mit ihrem einzigartigen Informationsangebot ist die Agritechnica für die Landwirte die ideale Informationsplattform. Hier können sie vergleichen und diskutieren und damit die Perspektiven für die richtigen Weichenstellungen schaffen.
Die Agritechnica läuft noch bis einschließlich Samstag, den 18. November 2017.

DLG/LWK

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