Die neu eingeschleppte europäische Variante des Shamonda-Virus (Shamonda-Virus /DE/2026) breitet sich bei Rindern in Deutschland weiter aus. Mittlerweile wurden Infektionen auch bei Rindern in Rheinland-Pfalz und Hessen durch das FLI bestätigt.
Zudem zeigen erste Sequenzvergleiche, dass es sich bei den Fällen in der Schweiz und Frankreich um das gleiche Shamonda-Virus zu handeln scheint. Mit weiteren Fällen, auch in anderen Bundesländern, ist zu rechnen.
Die Übertragung erfolgt, ähnlich wie die Blauzungenkrankheit, durch blutsaugende Gnitzen. Die Gnitzensaison dauert in Deutschland witterungsabhängig bis etwa Ende November. Die höchste Aktivität der Gnitzen wird üblicherweise zwischen Juli und Oktober beobachtet.
Das Virus wird weiterhin als Shamonda-Virus (SHAV) bezeichnet, da für einen abweichenden Namen die Verwandtschaft zum bereits seit den 1960er Jahren bekannten Virus zu groß ist. Die aktuelle europäische Variante weist allerdings einige genetische Unterschiede zu den bisher bekannten SHAV in Afrika und Asien auf. Zunächst hatte die Schweiz über ungewöhnliche Krankheitsfälle bei Rindern berichtet. Der Zeitpunkt der Einschleppung des Shamonda-Virus nach Europa ist nach wie vor unklar, Untersuchungen dazu laufen.
Rinder mit einer akuten Infektion zeigen Symptome wie Fieber, Milchleistungsrückgang und Durchfall. Für das neu eingeschleppte Virus lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere wie beim Schmallenberg-Virus zu Schädigungen der Feten führen können. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten daher besonders aufmerksam untersucht werden.
Viren der Simbu-Serogruppe gelten in der Regel nicht als Zoonoseerreger und stellen nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar.
Das FLI stellte den Veterinärlaboren der Bundesländer bereits Testprotokolle für die Diagnostik zur Verfügung. Dies ermöglicht die Erstuntersuchungen von Verdachtsfällen in den dafür zuständigen Landeslaboren. Weitere Informationen zum Shamonda-Virus stellt das FLI auf der entsprechenden Themenseite zur Verfügung.
FLI/LVN
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