BfR will Bedenken zu Glyphosat prüfen
In der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten IARC-Wissenschaftler am vergangenen Freitag eine Neubewertung von insgesamt vier Wirkstoffen, wobei Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ klassifiziert wurde. Nach IARC-Einschätzung liefern Studien, die seit 2001 in den USA, Kanada und Schweden erschienen sind, begrenzte Hinweise auf eine krebsauslösende Wirkung beim Menschen und ausreichende Belege für eine Kanzerogenität im Tierversuch.
Dem BfR erscheint das IARC-Papier „auf Basis der vorliegenden Informationen wissenschaftlich schlecht nachvollziehbar und offenbar nur mit wenigen Studien belegt“. Die Entscheidung der IARC könne jedoch nicht abschließend beurteilt werden, da ausführliche Begründungen noch nicht vorlägen. „Dass verschiedene Gremien aufgrund unterschiedlicher Informationen und Einschätzungen von experimentellen Daten Sachverhalte unterschiedlich bewerten, gehört zum Alltag in der Risikobewertung“, erläuterte das BfR. Man werde die IARC-Monografie nach Erscheinen gründlich prüfen.
Die Europäische Kommission lehnt Schnellschüsse in Bezug auf das Risiko des Breitbandherbizids Glyphosat ab. Wie die Brüsseler Behörde auf Anfrage bestätigte, befindet sich die Substanz derzeit in einem Überprüfungsprozess, da die EU-Zulassung Ende 2015 ausläuft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) führe eine Befragung von Experten aus sämtlichen Mitgliedstaaten durch, um ein Gutachten zur Risikobewertung des Wirkstoffs Glyphosat zu erstellen, teilte ein Sprecher mit. Die Kommission selbst werde dem Antrag auf Wiederzulassung auf dieser Grundlage, aber eben erst nach Abschluss des EFSA-Verfahrens begegnen.
AgE
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