Deutschland: Hohe Quotenüberlieferung zu erwarten

27. Februar 2014

Deutschland: Hohe Quotenüberlieferung zu erwarten

Nach der jüngsten Hochrechnung von ZMB und AMI ist die anteilige Quote in den ersten zehn Monaten des laufenden Quotenjahres um 1,8 % überliefert worden. In diesem Zeitraum hat sich die angelieferte Milchmenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,0 % erhöht. Die Fettkorrektur ist bei zeitweise niedrigeren Fettgehalten kalkulatorisch etwas zurückgegangen. Auf die Gesamtbilanz wirkt sich diese Reduktion aber nicht stark aus. In den letzten Monaten ist die Quotenüberlieferung kontinuierlich angestiegen. Bremsbemühungen, um die Überlieferungen zu reduzieren, sind bislang nicht zu beobachten, auch wenn vermutlich hier und da mehr leistungsschwache Kühe geschlachtet oder mehr Färsen verkauft werden. In den letzten Wochen des Quotenjahres ist vielmehr mit vergleichsweise hohen Steigerungen des Milchaufkommens zu rechnen, da nach der witterungsbedingten Depression im Vorjahr die Vergleichsbasis niedrig ist.

Bundessaldierung wichtig

Bis Ende März dürften nach Einschätzung der ZMB Überlieferungen von mehr als 0,5 Mio. t Milch auflaufen. Damit ist mit Abstand die höchste Quotenüberschreitung der vergangenen Jahre zu erwarten. Entsprechend hoch werden auch die Strafzahlungen ausfallen, die Deutschland nach Brüssel abzuführen hat. Für die Belastung des einzelnen Überlieferers ist die Höhe der Bundessaldierung entscheidend, soweit es um Überlieferungen geht, die nicht unter die Molkereisaldierung fallen. Die Höhe des Bundessaldierungssatzes lässt sich nicht vorhersagen, da es um die Balance zwischen Unter- und Überlieferungen geht. In den letzten Jahren sind sowohl die Unter- wie auch Überlieferungen immer größer geworden. 2012/13 standen insgesamt Überlieferungen von 867.000 t Unterlieferungen von 843.000 t gegenüber, so dass 97,2 % der Übermengen saldiert werden konnten. Die Entwicklung des Milchaufkommens im laufenden Quotenjahr legt nahe, dass sich dieses Bild wohl kaum wiederholen wird. Die Gesamtüberlieferungen dürften erheblich ansteigen und die Gesamtunterlieferungen könnten sogar gesunken sein. Daraus würde ein deutlich niedrigerer Saldierungssatz resultieren. Saldierungssätze von über 90 % sind in der Vergangenheit immer nur bei geringen Überlieferungen auf Bundesebene eingetreten

Schwieriges letztes Quotenjahr?

Eine Entspannung für das letzte Quotenjahr 2014/15 ist nicht in Sicht. Voraussichtlich wird die Milchanlieferung ihrem Trend folgend weiter ansteigen, wenn auch vermutlich nicht genauso stark wie im noch laufenden Quotenjahr. Dies würde dann erneut hohe Superabgaben bedeuten, zumal keine weitere Quotenerhöhung stattfinden wird. Die Höhe der Bundessaldierung wird auch im Laufe von 2014/15 unsicher sein, so dass die Abgabenbelastung für Betriebe, die stark überliefern, mit großen Unsicherheiten behaftet sein wird.

ZMB

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