Die Milch sorgt für Gesprächsstoff
Mit den folgenden Ausführungen möchten wir Ihnen zeigen, dass es auch andere Studien gibt, die z.B. zeigen, dass Milch nicht dick macht.
Verschiedene Studien belegen, dass ein höherer Verzehr von Milch und Milchprodukten mit einem niedrigerem Körpergewicht, Körperfettanteil und geringerer Gewichtszunahme einhergeht. Dabei steht in der Diskussion, dass das Kalzium zum einen die Fetteinlagerung in den Adipozyten zum Teil reduziert und zum anderen das Nahrungsfett teilweise zu Kalziumseifen bindet und diese ausgeschieden werden.
Aber nicht nur das Kalzium wirkt sich auf das Gewicht aus, sondern auch weitere bioaktive Substanzen der Milch wie Molkenproteine und konjugierte Linolsäure. Kalziumsupplemente erzielen daher nicht den gleichen positiven Effekt wie Milch und Milchprodukte (Sommer, Rust, 2007; de Vrese, 2007).
Allgemein ist Milch als ein Lebensmittel einzustufen und nicht als Getränk. Und wie bei allen Lebensmitteln liefert auch Milch einen gewissen Anteil an Energie, so dass ein sehr hoher Verzehr einen großen Anteil an Energie liefert. Wenn die Energie vom Körper nicht verbraucht wird, so wird vermehrt Fett als Speicher der Energie aufgebaut. Die Folge: Der Mensch nimmt zu. Dieses liegt aber allgemein an der erhöhten Energiezufuhr und nicht primär an der Milch. Wie immer in der Ernährung – es kommt auf das Maß an.
Aufgrund neuerer zusätzlicher Studien ist die Evidenz (Beleg, Beweis; abgeleitet aus der systematischen Analyse von vorliegenden Studienergebnissen) für einen risikosenkenden Effekt des Milchkonsums bezüglich Dickdarm- und Mastdarmkrebs von möglich auf wahrscheinlich angehoben worden. Bei allen anderen Verdauungsorganen und der Lunge ist die Evidenz unzureichend. Der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Milch und Milchprodukten mit einem risikosteigernden Effekt auf das Prostatakrebsrisiko wird weiterhin als möglich eingestuft, kann aber nicht ausreichend bewiesen werden. Bei allen anderen Tumoren, z. B. bei Brustkrebs, ist die Datenlage uneinheitlich und daher als unzureichend eingestuft (Ernährungsbericht 2008).
Diese beiden Beispiele verdeutlichen, dass es immer auch eine andere Seite gibt. Und um eine ausgewogene Darstellung dieser Thematik zu erhalten, wurde das Max-Rubner-Institut (MRI) beauftragt, eine Zusammenfassung aller Studien auf der Grundlage des aktuellen Stands der Wissenschaft zu erstellen. Diese wird dann fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse liefern und die aufgestellten Thesen wissenschaftlich prüfen.
Es wird immer, wie in allen Bereichen, Studien und Gegenstudien sowie Kritiker und Andersdenkende geben. Wichtig ist aber, die Milch und Milchprodukte sowie ihre Bestandteile im Gesamtkontext auf ihre Wirkung auf die Gesundheit zu betrachten. In den 10-Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) wird der tägliche Konsum von Milch und Milchprodukten empfohlen.
Vor diesem Hintergrund stellt Milch ein nährstoffreiches, für die Gesundheit und die ausgewogene Ernährung wichtiges Nahrungsmittel dar, was zudem in vielfältiger und wohlschmeckender Form zubereitet und konsumiert werden kann.
Diese Aussage unterstützt auch Professor Gerhard Rechkemmer vom Max Rubner-Institut (MRI), dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Er hält Milchkonsum nicht für gefährlich, im Gegenteil: „Milch ist ein gesundes Produkt“, betont Professor Rechkemmer und verweist etwa darauf, dass Milch Kalzium enthält, das der Mensch zum Knochenaufbau benötigt.
LVN/Deckert
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