Die Milchkuh ist kein Klimakiller, sondern wertvoller Lebensmittellieferant
Aber Aussagen wie „Die Kuh – ein Klimakiller“ oder „Butter und Käse sind klimaschädliche Lebensmittel“ sind so nicht haltbar und sind eher geeignet, von den wahren Ursachen abzulenken. Letztlich geht es dabei auch um eine Güterabwägung. Denn neben der herausfordernden Aufgabe des Klimaschutzes steht das elementare Bedürfnis der Ernährung.
Den Milcherzeugern und allen anderen, die mit der Milchwirtschaft zu tun haben, erscheint z.B. der Vergleich des Milchkonsums mit gefahrenen PKW-Kilometern abwegig. Er lässt völlig außer Betracht, was Prof. Dr. Manfred Schwerin vom FBN, Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere, Dummerstorf, anlässlich der Mitgliederversammlung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. am 29.10.2009 in Hannover so zusammenfasste: „Die Milchkuh ist in Bezug auf die Klimarelevanz besser als ihr Ruf und ihr Produkt wichtigste Quelle von Protein tierischer Herkunft für die Welternährung.“ Der Bedarf an Protein tierischer Herkunft werde bis 2050 bei dann 9 Mrd. Menschen um 82 % ansteigen. Das könne ausschließlich über eine Leistungssteigerung der Kühe abgedeckt werden. Weiter führte Prof. Schwerin aus: „In einem Vergleich mit Fleisch und Eiern ist die Milchkuh der mit Abstand klimaschonendste Proteinlieferant“.
Unabhängig von der Bedeutung des hochwertigen Milchproteins für die weltweite Ernährungssicherung sollte man sich klar machen, aus welchen Bereichen die Treibhausgasemissionen tatsächlich stammen. Dann wird deutlich, dass die Methanemissionen der Rinder nur mit einem Anteil von 3,7 % an der Erderwärmung beteiligt sind:
Außerdem wird durch die folgende Aufstellung deutlich, dass die Reduktionsmöglichkeiten bei den Treibhausgasemissionen z.B. im Bereich Verkehr wesentlich höher sind als bei Lebensmitteln. Denn nur etwa 17 % der gesamten Treibhausgasemissionen eines durchschnittlichen Haushaltes entfallen auf die Ernährung.
An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass die Anwendung von Treibhausgasbilanzen einzelner Produkte oder Aktivitäten, die auch als Carbon Footprint oder Kohlenstoff-Fußabdruck bezeichnet und üblicherweise in CO2- Äquivalenten ausgedrückt werden, eigentlich noch verfrüht ist, da die Erarbeitung einer international abgestimmten Methodik noch nicht abgeschlossen ist.
Wir sind alle gefordert, in der Zukunft die Treibhausgasemissionen zu vermindern. Auch die Milchwirtschaft wird ihren Beitrag dazu, z.B. durch die weitere Reduktion des Energieverbrauchs, leisten. Hinzukommend gibt es Ansätze, den Methanausstoß von Milchkühen durch Änderungen in der Fütterung zu vermindern. Den Blick für das Ganze nicht zu verlieren, heißt aber auch, die Verhältnismäßigkeit zu wahren und nicht von wertbestimmenden Lebensmittelinhaltstoffen abzulenken und den Menschen den Appetit auf natürliche Produkte wie Milch, Quark, Butter und Käse, zu verderben.
LVN/Fritsch
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