Ernährung und Bewegung in der Lebensmitte l Welche Rolle spielt die Milch?
100 Ernährungsfachleute, Ärzte, Trainer und andere Multiplikatoren waren der Einladung zu der interdisziplinären Tagung „Im Gleichgewicht bleiben – Ernährung und Bewegung in der Lebensmitte“ gefolgt. Gemeinsam mit der Akademie für ärztliche Fortbildung, der Akademie des Sports und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Sektion Niedersachen, hatte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) die Nachmittagsveranstaltung mit vier interessanten Referaten vorbereitet.
Klar gegen den Gesundheits- und Fitnesswahn ab der Lebensmitte sprach sich im Einführungsreferat Prof. Dr. Christoph Klotter, Ernährungswissenschaftler und -psychologe von der Hochschule Fulda, aus.
„Der Druck auf ältere Menschen, vor allem Übergewichtige, steigt – das macht unglücklich. Gesundheit ist nicht das letzte Lebensziel, die psychische Gesundheit ist mehr wert als ein fitter Körper.“ Seiner Meinung nach würden Menschen durch bessere Rahmenbedingungen zu mehr Sport motiviert.
Prof. Dr. med. Uwe Tegtbur von der Medizinischen Hochschule Hannover ermunterte die Anwesenden, den Patienten klar zu machen, dass es für sportliches Training nie zu spät sei. Wer seinen Haushalt auch noch mit 80 Jahren bewerkstelligen wolle, müsse stetig trainieren. „Schon 2-3 Trainingseinheiten (> 30 Minuten) pro Woche reichen im Schnitt aus“.
Auch zur Vorbeugung und Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen sowie anderer Krankheiten, wie Osteoporose und Krebs, sei sportliches Training von großer Bedeutung. Deshalb müssten sich Vereine für die Gruppe der 40-60-Jährigen öffnen und die Möglichkeit eines freien Trainings anbieten.
Und nach den sportlichen Trainingseinheiten sei eine Portion von 0,4 l Milch genau das, was der Körper brauche, da er das Eiweiß der Milch hervorragend verwerten könne.
Welche Rolle die Milch generell in der Ernährung der Generation 50+ spielt, veranschaulichte Dipl. oec. troph. Susanne Klärs, Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN), den Teilnehmern, die zum Teil aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt zur Tagung nach Hannover angereist waren. Milch und Milchprodukte seien nicht nur ein hervorragender Kalziumlieferant, sondern hätten auch eine hohe Nährstoffdichte. Deshalb seien sie ernährungsphysiologisch gerade in der zweiten Lebenshälfte ideal geeignet, da hier bei verringertem Energiebedarf der Nährstoffgehalt gleich bleibt bzw. erhöht werden müsse. „Leider geraten Milch und Milchprodukte trotz dieser offensichtlichen Vorteile immer wieder in die Diskussion. Eine Reihe von Vorurteilen und Irrtümern wie ‚Milch verschleimt‘, ‚Milch macht dick‘, ‚Milch verursacht Krebs‘ sind keine Seltenheit.“ Diese Thesen seien nicht haltbar, was sie anhand von wissenschaftlichen Studien bewies.
Auch bei einer Lactoseintoleranz muss der Patient nicht auf Milch und Milchprodukte verzichten. Käse und Sauermilchprodukte würden zum Beispiel bei einer leichten Unverträglichkeit gut vertragen.
Zum Abschluss wies die Ökotrophologin darauf hin, dass es trotz objektiver Belege und Studien, die auf die Vorteile der Milch hinweisen, immer Kritiker und Andersdenkende geben wird. Wichtig sei es, Milchprodukte und ihre Inhaltsstoffe im Gesamtkontext auf ihre Wirkung auf die Gesundheit zu betrachten und die Vielfältigkeit und den Genuss dabei nicht zu vergessen. „Milch und Milchprodukte sind oft unterschätzte Nahrungsmittel.“
Zudem, so ergänzte der LVN-Geschäftsführer Dr. Werner Rüther, ist Milch eines der am besten untersuchten Lebensmittel. Ein ausgefeiltes Qualitätsmanagement Milch (QM Milch) stärkt in Niedersachsen die Eigenverantwortung der Molkereien (Milchgüteuntersuchungen) und Milcherzeuger (Hof-Audit).
„Das Grundkonzept lautet: Vorbeugung statt Fehlersuche und Beseitigung von Qualitätsproblemen.“ Zentrales Element seien ebenso Vereinbarungen mit der Futtermittelwirtschaft, die nur vertragliche gebundene Hersteller als Lieferanten an die Milcherzeuger zuließen.
Dr. Dipl. oec. troph. Birgit-Christiane Zyriax, die im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf forscht, stellte abschließend die neuesten Studien über die Zusammenhänge von Ernährung und denjenigen Krankheiten, die in der Lebensmitte zunehmen, vor.
Für die Beratungspraxis sollten die Patienten zukünftig insbesondere auf die Bedeutung des Bauchfetts, also des Taillenumfangs, aufmerksam gemacht werden. Deutlich Diabetes-gefährdet seien besonders Frauen mit > 88 cm Bauchumfang. In der Therapie von Bluthochdruck habe sich eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse in Kombination mit fettarmen Milchprodukten als erfolgreich bewiesen.
Im Anschluss an alle Referate wurde rege diskutiert.
In den Pausen reichte die LVN farbenfroh kreierte Milchshakes, die die Lust auf mehr Milch unterstützten. Selbstverständlich stand auch das umfangreiche Informationsmaterial der LVN wie z.B. die Ernährungs-CD-ROM für Ärzte und Beratungskräfte im Fokus.
Die schriftlichen Zusammenfassungen sämtlicher Vorträge dieser Fachtagung finden Sie auf unserer Internetseite im Bereich „Ernährung“. Bilder von der Veranstaltung haben wir unter dem unten angezeigten Link für Sie zusammengestellt.
LVN/Licher
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