Flexi-, Ovo-, Lacto-, Pesco-Vegetarier – Wer isst was, oder besser: was nicht?
Vielen bekannt sind auch die Ovo-Lacto-Vegetarier, die ihre pflanzliche Kost durch den Konsum von Eiern und Milch sowie daraus erzeugten Produkten ergänzen. Analog dazu gibt es Pesco-Vegetarier, die zusätzlich zu pflanzlichen Lebensmitteln auch Fisch und Meeresfrüchte essen.
Formen des Vegetarismus bzw. der vegetarischen Orientierung Ernährungsform

Quelle: DGE info, Oktober 2013
Noch sehr neu im deutschen Sprachgebrauch ist dagegen der Begriff „Flexitarier“. Das Wort stammt aus dem Englischen und ist eine Verbindung der Worte flexible und vegetarian = flexitarian. Flexitarier steht damit für flexible Vegetarier.
Eine einheitliche Definition für Flexitarier gibt es noch nicht. Das Wort beschreibt einen Ernährungstyp, der zwar generell Fleisch isst, dies aber nicht täglich oder regelmäßig tut. Strenge Regeln zum Ausmaß des Fleischverzichts gibt es dabei nicht. Gemeinsam ist den Flexitariern, dass sie viel Wert auf Tierschutz, Qualität der Nahrung sowie Aspekte des Umweltschutzes legen. Außerdem zeichnet sie ein verstärktes Gesundheitsbewusstsein aus.
Der Pro-Kopf-Fleischverbrauch laut nationalen Statistiken ist im letzten Jahrzehnt annähernd konstant geblieben. Betrachtet man jedoch den individuellen Fleischverzehr, zeigen sich Unterschiede.
Eine repräsentative Umfrage der Universitäten Göttingen und Hohenheim (Cordts et al. 2013) zeigt, dass sich die Zahl der Vegetarier in Deutschland innerhalb von 7 Jahren verdoppelt hat.
Der Anteil der Vegetarier liegt in Deutschland bei 3,7 %, darin enthalten sind die ca. 0,3 % der Bevölkerung, die vegan leben, also auf jegliche tierische Produkte verzichten. Ca. 11,6 % sind Flexitarier und essen bewusst wenig Fleisch, nur bestimmte Sorten oder nur zu bestimmten Gelegenheiten. In der Umfrage gaben 9,5 % an, ihren Fleischkonsum reduzieren zu wollen. Die Mehrheit der 75,1 % der Befragten wird zu den sogenannten „Unbekümmerten Fleischessern“ gezählt.
Die Befragung zeigte, dass der Fleischkonsum generell mit steigendem Bildungsgrad und höherem Einkommen abnimmt. Auch Gesundheitsmotive beeinflussen die Häufigkeit des Fleischkonsums. Ebenso geben Vegetarier und Flexitarier das Wohl der Tiere als Grund für die Reduktion des Fleischverzehrs an. Daneben führen Umweltschutzbedenken zu einem geringeren Fleischkonsum.
Beobachtungen in Print- und Onlinemedien zeigen, dass Flexitarismus derzeit im Trend liegt. Besonders in den USA und den Niederlanden gibt es starke Initiativen und z.B. eigene Homepages.
Kritik am Flexitarismus kommt von überzeugten Vegetariern und Veganern, die darin eine Aufweichung der vegetarischen Lebensform sehen. Da die meisten Menschen sowieso nicht täglich Fleisch essen, müssten die nicht extra ausgelobt werden.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt in Frage, ob es sich beim Flexitarismus tatsächlich um eine neue Bewegung handle, da es den „Gelegenheitsvegetariern“ im Kern um eine Reduktion des Fleischverzehrs und ein bewussteres Ernährungsverhalten gehe, welches von den Ernährungsgesellschaften schon seit langem empfohlen werde.
LVN/Möhring/DGE Info
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