Fütterung von CCM-Silage an Milchkühe: Besondere Sorgfalt ist angebracht

Fütterung von CCM-Silage an Milchkühe: Besondere Sorgfalt ist angebracht

Um diese Problematik im kommenden Jahr zu vermeiden, möchten wir auf Folgendes hinweisen:

  • Vermeiden Sie Verderbprozesse durch Fehler in der Silierarbeit (z.B. mangelhafte Verdichtung oder Abdeckung.
  • Legen Sie die Größe des CCM-Silos so aus, dass in den Sommermonaten ein Vorschub von 2,5 bis 3,0 Meter pro Woche, im Winter von 1,5 bis 2,0 Meter pro Woche, gewährleistet ist. CCM hat eine hohe Anfälligkeit gegenüber Nacherwärmung. Gut geeignet sind schmale und/oder niedrig dimensionierte Fahrsilos. Wichtig ist ein schnelles Abdecken nach dem Einsilieren. Ohnehin sollte überlegt werden, CCM im Schlauchsilo zu silieren.
  • Alternativ sollte überlegt werden, auf die Verwendung von CCM auf Grund des Aflatoxinrisikos und der Nährstoffverluste in den Sommermonaten gänzlich zu verzichten und bei der Ernte- und Fütterungsplanung nur von einer Nutzung in den Wintermonaten auszugehen.

Übrigens: optisch ist ein Befall mit Aspergillus flavus (aflatoxinbildender Schimmelpilz) auch für den Fachmann schwer bis gar nicht zu erkennen. Wenn aber in CCM-Silagen Schimmelstellen auftreten, ist dies ein deutlicher Hinweis auf mikrobielle Umsetzungen mit erhöhten Temperaturen und somit auch einem erhöhten Risiko der Aflatoxinbildung. Solche Silagen dürfen nicht an Kühe verfüttert werden!

Hinweise zu Aflatoxin:
Aflatoxine sind Pilzgifte, die v. a. von der Schimmelpilzart Aspergillus flavus gebildet werden. Für die Milchwirtschaft von Bedeutung ist das Aflatoxin B1, das über belastete Futtermittel in den Körper der Kuh gelangen kann und dort zu Aflatoxin M1 abgebaut wird. Dabei wird etwa 1-2 % des Aflatoxin B1 als Aflatoxin M1 über die Milch ausgeschieden. Aflatoxine gelten als stark krebserzeugende Stoffe und es gibt daher Höchstwerte für Futtermittel und bestimmte Lebensmittel, u. a. für Milch.
Aspergillus flavus ist weltweit überall, vor allem im Boden, verbreitet. Die optimale Wachstumstemperatur des Pilzes liegt bei 25-40 °C. Probleme für die Milchwirtschaft ergaben sich in der Vergangenheit in erster Linie bei Futterkomponenten aus tropischen Ländern und erstmals in 2013 durch belasteten Körnermais aus Südosteuropa. Aber auch die Verfütterung von nicht sachgerecht gelagertem, feucht geerntetem Getreide war in Einzelfällen schon die Ursache. Empfehlungen zur Verwendung von eigenem Getreide bei der Fütterung von Kühen finden Sie unter https://milchland.de/wp-content/uploads/2024/04/Merkblatt-Aflatoxin_Stand_28.11.2006.pdf.
Aflatoxin ist einer der Gründe dafür, Zukauffutter nur von kontrollierten Herstellern zu kaufen (Pflichtkriterium bei QM-Milch). Die Liste der zugelassenen Hersteller (QS-Betriebe mit Teilnahme an QM-Milch) finden Sie unter https://www.qs-plattform.de/QSSoftware/start/do. Demnächst wird eine entsprechende Liste von über GMP+ International gelisteten Herstellern erscheinen.

LVN/Fritsch

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