Gemeinsam für das Milchland Niedersachsen

06. November 2014

Gemeinsam für das Milchland Niedersachsen

. „Die Branche steht heute ganz anders dar als vor einem Jahr. Wir nähern uns dem soft landing. Aber ich habe das Gefühl, dass unsere Bauern mit den Bedingungen des Marktes ganz gut umgehen können. Die Politik hat es allerdings nicht geschafft, das „soft landing“ vorzubereiten, es drohen hohe Strafabgaben.“ Beunruhigender als der Preis, sei das neue Raumordnungsprogramm des Landes: „So eine Stimmung habe ich bei den Landwirten lange nicht erlebt“, so Heusmann.
Nachhaltige Landwirtschaft gehöre zum Selbstverständnis der niedersächsischen Milcherzeuger, ergänzte Heinz Korte, Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolks. „Um dieses auch in Zukunft zu gewährleisten, brauchen unsere Landwirte eine gute Futtergrundlage und keine wiedervernässten Moorflächen. Deshalb lehnen wir das neue Moorschutzprogramm des Landes ab“, so der aktive Milcherzeuger Korte.
Dr. Cord Stoyke, der stellvertretende Abteilungsleiter im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verwies auf die Bedeutung des Themas „Nachhaltigkeit“ in gesättigten Märkten. Der LVN sei es mit der jüngsten Studie gelungen, „Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung“ mit Zahlen zu untermauern. Besorgt zeigte er sich über die aktuellen Preissenkungen, Nachfrageanstiege seien kurzfristig nicht zu erwarten. Potentiale sehe er neben der Exportorientierung auch im Bereich der Regionalität. Die Milchwirtschaft in Niedersachsen sei mit der LVN gut vertreten.
Über 130 Gäste aus Politik und Wirtschaft, darunter zahlreiche Vertreter der 20 LVN-Mitgliedsorganisationen, zu denen Bauern-, Molkerei- und Gewerkschafts- sowie Verbraucherverbände zählen, verfolgten einen informativen Vormittag.
Netzwerken für die Milch
„Ob im jüngsten Projekt der LVN, welches die Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung erfasst oder bei den Stall-Videos im Projekt My KuhTube – die LVN kann sich stets auf die Unterstützung engagierter Milchbauern verlassen. Gemeinsam werden Netzwerke für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit aufgebaut“, so die Geschäftsführerin Kristine Kindler in ihrem Bericht über die Arbeit der LVN. Milcherzeuger in Niedersachsen sind weit über dem Bundesdurchschnitt im Ehrenamt tätig, so das Ergebnis der Nachhaltigkeits-Studie aus Niedersachsen. Im nächsten Jahr setze die LVN auch auf neue Partner, gemeinsam mit der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen wolle man z.B. innovative Online- und Musikprojekte verfolgen, bei denen neueste Trends in den Zielgruppen aufgegriffen würden. „Auch eine neue Kommunikationsplattform planen die beiden Verbände für 2015 gemeinsam.“
„Besonders freut uns, dass wir mit unserer Arbeit nicht nur branchenintern Impulse setzen, sondern mit dem Nachhaltigkeitsprojekt auch Strahlkraft nach außen in andere Bundesländer erzielen konnten“, resümiert Herbert Heyen, stellvertretender Vorsitzender der LVN.
Die Netzwerkarbeit spiele auch im Bereich der Qualitätsförderung eine besondere Rolle, so Dr. Werner Rüther in seinem Bericht über die Aktivitäten der LVN in den Bereichen Qualität und Statistik. „Gemeinsam mit der Wissenschaft konnte ein Leitfaden zur Eutergesundheit erarbeitet werden. Die Zusammenarbeit wollen wir in einem neuen Projekt „Eutergesundes Norddeutschland“ fortsetzen.“ Für das Jahr 2014 gab der Geschäftsführer eine vorsichtige Einschätzung des niedersächsischen Milchauszahlungspreises von rund 36,9 Cent/kg Milch, damit werde der außergewöhnlich hohe Vorjahrespreis um nur 0,2 Cent unterschritten.
Prüfungen und Finanzpläne
Im weiteren Verlauf der Tagesordnung berichtete Stefan Reinke – Nordwestdeutsche Prüfungsgesellschaft GmbH – über die Prüfung der Jahresrechnung und der Jahresabschlüsse für das Rechnungsjahr 2013 mit uneingeschränkt erteiltem Bestätigungsvermerk und Anton Fortwengel über eine beanstandungsfreie Kassenprüfung. Die Genehmigung der Jahresrechnung und des Jahresabschlusses erfolgten ebenso einstimmig wie die Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung. Als Kassenprüfer für das Jahr 2014 wurden Dr. Timo Winkelmann im Amt bestätigt bzw. Frank Kohlenberg gewählt. Weiterhin sprach sich die Mitgliederversammlung einstimmig für die Beauftragung der NWPG – Nordwestdeutsche Prüfungsgesellschaft GmbH – aus. Einen umfassenden Überblick über die Umlageverwendung 2015 gab im Anschluss Kristine Kindler. Dabei ging sie auf die Einnahmen- und Ausgabensituation der Umlageverwendung generell sowie der LVN im Rahmen der Institutionellen Förderung ein. Sie berichtete über die einzelnen Titelansätze und die daraus zu finanzierenden Maßnahmen. Im Jahr 2015 würden auf Basis von 5,2 Milliarden kg Anlieferungsmilch gut 3,2 Mio. Euro Umlage aufkommen. Der vorgelegte Umlageverwendungsplan und der Wirtschaftsplan für das Haushaltsjahr 2015 wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig genehmigt. Er wird als Vorschlag bei der Bewilligungsbehörde eingereicht.
LVN hat in Niedersachsen Meilensteine gesetzt
„Niedersachsen setzt in der Kommunikation für die Milchwirtschaft bereits wichtige Maßstäbe.“ Das Thema Nachhaltigkeit sei früh aufgegriffen worden, das Projekt My KuhTube sei aufgrund seiner ganz besonderen Authentizität preiswürdig“, lobte Kommunikationsexperte Armin Huttenlocher die Arbeit der LVN und ergänzte mit Nachdruck: „Es wäre zu wünschen, dass dieses Beispiel deutschlandweit Schule macht.“ Denn in der Gesellschaft sei das Thema Landwirtschaft mit Missverständnissen und Klischees besetzt, Dialoge würden zu wenig selbstbewusst geführt. Es fehle bundesweit eine konsequente Dialogkampagne. Dazu sei im ersten Schritt eine ehrliche Analyse von Stärken und Schwächen notwendig. Diese sei Voraussetzung für gezielte Gespräche mit Einzelnen, bei denen Missverständnisse analysiert werden müssten. „Die Deeskalation ist noch nicht zu Ende, die Gesellschaft beginnt gerade erst die Kritikpunkte gegen die Landwirtschaft zu verstehen. Die Meinung ist noch nicht gemacht“. Die Argumente, um die öffentliche Meinung geschlossen hinter sich zu bringen, hätten aber die Landwirte selbst in der Hand. In anderen Ländern sei die Akzeptanz gegenüber der Landwirtschaft deutlich größer. Deshalb stehe man in Deutschland extrem unter Druck.
Bilder von der Mitgliederversammlung haben wir in einer Bildergalerie unter www.milchwirtschaft.de zusammen gestellt.
LVN/Licher

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