Globales Mengenwachstum setzt sich fort
Wachstumsmotor liegt weiter in Asien
In Asien wird die Milchproduktion 2018 auf 334 Mio. t steigen. Das entspräche einem Wachstum um 3,6 % oder 11,6 Mio. t. Die zusätzlichen Mengen werden nach Einschätzung der FAO im Wesentlichen durch Wachstum in Indien, China, der Türkei und Pakistan generiert. In Indien, dem weltweit größten Milchproduzenten, nimmt die Kuhmilcherzeugung voraussichtlich um 4,4 % auf 172,9 Mio. t zu. Auch in China wird, nach dem Rückgang in den beiden Vorjahren, ein überdurchschnittlicher Anstieg um 4,8 % erwartet. Deutlich um knapp 10 % zulegen soll auch die Produktion in der Türkei. In vielen weiteren asiatischen Staaten gehen die Experten von einer zum Vorjahr stabilen Erzeugung aus. Japan leidet weiter unter strukturellen Schwächen im Milchbereich. Durch fehlende Arbeitsplätze geht die Zahl der Milchviehbetriebe zurück. Zusätzliche Probleme brachte auch das Erdbeben in Hokkaido. Die Produktion wird dennoch in etwa auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Rückläufig wird für 2018 hingegen die Entwicklung in Saudi-Arabien eingeschätzt.
Europa legt mengenmäßig leicht zu
Mit schätzungsweise rund 226 Mio. t wird die Milchproduktion in Europa die Vorjahresmenge um rund 1,5 Mio. t oder 0,7 % übertreffen. Diese Mengen werden nach Schätzung der FAO in der EU, Russland, der Schweiz und Weißrussland erzeugt. Drei Viertel der europäischen Milchmenge entfällt auf die EU. Leichtes Wachstum um 0,6 % würde hier eine Produktion von 166,6 Mio. t bedeuten. Diese soll im Wesentlichen die Folge einer höheren Milchleistung sein. In den Sommermonaten 2018 hat die Trockenheit allerdings den Futteraufwuchs gemindert, was Unsicherheiten hinsichtlich des weiteren Produktionsverlaufes mit sich bringt. In Russland steigen die Mengen voraussichtlich um 1,7 %. In der Ukraine kommt es hingegen wohl zu einem Rückgang.
Wachstum in Amerika geringer als im Vorjahr
In Amerika als Gesamtheit des nördlichen, mittleren und südlichen Kontinents, dürfte sich das Wachstum 2018 im Vergleich zum Vorjahr verlangsamen. Insgesamt gehen die Experten der FAO hier von zusätzlichen Mengen im Umfang von knapp 2,2 Mio. t oder 1,2 % aus. 2017 war der Anstieg mit 2,3 % nahezu doppelt so stark ausgefallen.
In der regionalen Betrachtung legt Nordamerika mit zusätzlichen 1,4 Mio. t am stärksten zu. Diese stammen aus Produktionsausweitungen um 1,1 % in den USA und 3,7 % in Kanada. In Südamerika bedeutet ein voraussichtlicher Anstieg um 1,1 % zusätzliche 0,7 Mio. t. Mittelamerika, das heißt Costa Rica und Mexiko, dürfte sich nach der FAO mengenmäßig leicht über dem Vorjahr bewegen.
Ozeanien und Afrika wieder im Plus
In Ozeanien wird für 2018 ein Mengenanstieg um 1,0 % erwartet, nachdem dort zuvor zwei Jahre rückläufige Entwicklungen zu verzeichnen waren. Australien legt dabei im Milchwirtschaftsjahr 2017/18 voraussichtlich um 3,1 % deutlich auf 9,6 Mio. t zu. In Neuseeland ist die Erholung mit einem Plus von 0,2 % hingegen nur leicht ausgeprägt, was zu einer Produktion von 21,4 Mio. t führt. Die Milchproduktion in Afrika fällt voraussichtlich um 1,1 % höher aus als 2017. Die zusätzlichen Mengen entfallen im Zuge günstiger Witterungsbedingungen und ausreichender Futterverfügbarkeit im Wesentlichen auf Kenia, Algerien und Tunesien.
Welthandel 2018 spürbar belebt
Der internationale Handel hat nach Schätzungen der FAO 2018 ebenfalls zugenommen. In Milchäquivalent wurden danach 2,5 % mehr Milchprodukte am Weltmarkt umgeschlagen. Damit hat sich das Wachstum gegenüber 2017 nahezu verdoppelt. Auf der Produktebene verzeichneten dabei Butter und Magermilchpulver mit jeweils 6 % die 

Exportseitig stammte die zusätzliche Ware, nach Einschätzung der FAO, im Wesentlichen aus Amerika, insbesondere aus den USA, Uruguay, Mexiko und Argentinien sowie aus Ozeanien. Die Exporte der USA wurden von der steigenden Produktion, umfangreichen Handelsnetzwerken und der Erhöhung der globalen Reichweite durch Franchise-Ketten angekurbelt. Australien und Neuseeland profitierten von ihrer Nähe zu den Schlüsselmärkten Asiens sowie bilateralen und regionalen Handelsabkommen beispielsweise mit ASEAN, China, Malaysia, der Republik Korea, Thailand und Singapur. Die EU dürften 2018 das Exportvolumen des Vorjahres nicht ganz erreichen. Die Anstiege bei Käse und Magermilchpulver können hier voraussichtlich die Verluste bei Butter und Vollmilchpulver nicht kompensieren.
Auf Seiten der Importeure erwartet die FAO die größten Nachfragezuwächse bei Mexiko, Algerien und Vietnam. In Staaten wie China, Mexiko, Vietnam, Indonesien, Malysia steigt die Nachfrage nach höherwertigen Milcherzeugnissen schneller als die heimische Produktion, was in diesen Ländern einen steigenden Importbedarf zur Folge hat. Zeitgleich geht man bei Russland und Brasilien von rückläufigen Importmengen aus.
AMI
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