Infos zur aktuellen MRSA-Thematik: Thema ernst nehmen, aber Warnung vor Panikmache

01. September 2019

Infos zur aktuellen MRSA-Thematik: Thema ernst nehmen, aber Warnung vor Panikmache

  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt folgende Informationen:

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind Keime, die beim Menschen unter anderem Wundinfektionen und Entzündungen der Atemwege hervorrufen können und gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. Bisher trat der Keim vor allem in Krankenhäusern auf. Ein besonderer Typ von MRSA, der sogenannte Livestock associated (LA) MRSA, tritt auch bei Nutztieren auf. Bisher sind nur wenige Fälle beschrieben, bei denen eine MRSA-Infektion des Menschen auf Lebensmittel zurückgeführt werden konnte. In den wenigen bekannten Fällen waren die Lebensmittel durch infizierte Personen verunreinigt worden.

(https://www.bfr.bund.de/de/presse.html, Pressemitteilung vom 10.1.2012).

  • Zur Rede der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan am 8. Dezember 2011 auf einer Sitzung des Niedersächsischen Landtages veröffentlichte das Ministerium folgende Presseinformation:

Niedersachsen beteiligt sich am EU-Projekt „Euregionales Netzwerk für Patientensicherheit und Infektionsschutz „Eursafety Health-net“. Die ersten vorläufigen Ergebnisse des MRSA-Screenings im Rahmen dieser Studie, bei der etwa 4.900 Patientinnen und Patienten auf MRSA untersucht wurden, sind folgende:

„Bei 2,67 % der Untersuchten (131 Patienten) konnte MRSA nachgewiesen werden. Durch die Typisierung der Erreger wurde festgestellt, dass ca. 22 % dieser Fälle aus dem Veterinärbereich stammten. Um Missverständnissen vorzubeugen weist die Sozialministerin darauf hin, dass sich die 22 % nur auf die 2,67 % der positiv getesteten Patienten beziehen. Von den knapp 4.900 Patienten waren also 27 Patientinnen und Patienten mit MRSA aus dem Veterinärbereich besiedelt.

Die Landesregierung misst dem Einsatz von Antibiotika in allen Tierhaltungen grundsätzliche Relevanz in Bezug auf ihre Bemühungen zur Reduktion der Resistenzentwicklung bei Keimen zu. In Bezug auf den Menschen kann durch Reduktion der Anwendung von Antibiotika in Tierhaltungen nur ein kleiner Beitrag erwartet werden. Wie die Untersuchungen in den 34 Krankenhäusern in Niedersachsen gezeigt haben, stehen 78 % der MRSA-Keime, die bei weniger als 3 % der untersuchten Patientengruppe nachgewiesen werden konnten, nicht mit Tierhaltungen in Verbindung.“

https://www.ms.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=4972&article_id=101184&_psmand=17

Die heute in den Medien zitierte Studie „Prävalenz und Risikofaktoren von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) in einem Studienkollektiv mit beruflichem Tierkontakt gegenüber Schweinen und Geflügelmast“ aus dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der LMU München, bezieht sich, wie es der Titel besagt, nur auf die Schweine- bzw. die Geflügelmast. Die Untersuchung begann im Winter 2009/2010.

Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) weist daraufhin, dass das Problem resistenter Keime ernst genommen werden muss, warnt aber vor einer unverhältnismäßigen Panikmache.

LVN

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