LVN lädt Schulmilchlieferanten zum Erfahrungsaustausch

31. März 2011

LVN lädt Schulmilchlieferanten zum Erfahrungsaustausch

Günther Kohl, zuständiger Referent im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Bonn referierte vor den 20 Lieferanten über die Schulmilchsituation und die Entwicklung in den EU-Staaten. Vor allem in Polen, Schweden, Frankreich und Rumänien gibt es, so Kohl, eine hohe Beteiligung am Schulmilchprogramm. In Polen und auch in einigen anderen EU-Ländern läuft das Programm mit einer zusätzlichen staatlichen Unterstützung, was eine kostenlose Abgabe der Schulmilch zur Folge hat. In Schweden, Rumänien und Frankreich gibt es diesen Erfolg auch ohne die staatliche Stützung, da Milch zu jeder Schulmahlzeit – und die wird dort immer gemeinsam eingenommen und hat eine lange Tradition im Schulleben dieser Länder – zur Verfügung steht.

Ergebnisse aus der Schulmilchstudie

Kostenlose Schulmilch führte auch in der jüngsten Schulmilchstudie zu einer hohen Beteiligung am Schulmilchprogramm. Preissenkungen hatten kaum Auswirkungen auf das Trinkverhalten. Zu den Wünschen der Lehrer, Eltern und Jugendlichen, die neben dem Preis in der Schulmilchstudie erfasst wurden, zählen Milch-Aktionen, Infomaterial, neue Schulmilcherzeugnisse, Geschwisterermäßigungen, glatte Geldbeträge usw.. Die endgültig aufbereiteten Ergebnisse der Schulmilchstudie, die größtenteils in Nordrhein-Westfahlen durchgeführt wurde, sind für die nächsten Wochen zu erwarten.

In Deutschland lag die Beteiligung im letzten Schuljahr bei 6 %. Von rund 14 Millionen Berechtigten nehmen die Beihilfe 845.000 Schüler in Anspruch. Das Argument, dass sich viele Eltern die Schulmilch für ihr Kind nicht leisten könnten, kommentierte Herr Kohl mit folgendem Beitrag: „Von einem Kindergeld von 2.208 € jährlich, würden für 200 Portionen Schulmilch nur 80 € aufzubringen sein.“

LVN vernetzt in Sachen Schulmilch

Im zweiten Teil der Tagung berichteten die Vertreterinnen der LVN über die Unterstützungsmöglichkeiten durch die LVN mit Info-Materialien, Milch-Aktionstagen wie Shake- und Snackseminaren sowie dem Bonussystem für Milch und Milchprodukte im Rahmen des Projektes „wir frühstücken“. Um die breite Öffentlichkeit für das Thema Schulmilch zu sensibilisieren und möglichst viele beteiligte Zielgruppen zu erreichen, hat die LVN in den letzten Jahren ein Netzwerk zu vielen Partnern aus Wissenschaft, Politik, Schule, Kindergarten und Verbänden aufgebaut. Die Schulmilch-Lieferanten zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der zielgruppenspezifischen Materialien und deren Evaluationsergebnissen.

In diesem Jahr wird die LVN die Kontakte zu Caterern intensivieren und dabei eng mit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (VESCH), die während des Treffens durch den Projektleiter Till Hubert aus Lüneburg vertreten war, zusammenarbeiten. Weiterhin soll der Bedarf für Chip-Schulmilchmarken in den Schulen abgefragt und den Schulmilchlieferanten zur Verfügung gestellt werden. Diese Maßnahmen sollen insbesondere zur Verbesserung der Logistik in den Schulen beitragen. An dieser Stelle sieht die LVN den größten Klärungs- und Förderbedarf. „Wir wollen, dass Milch, egal in welcher Form, in den Schulen angeboten wird“, so Kristine Kindler, Geschäftsführerin der LVN. Neben den subventionierten Produkten, so Kindler, gibt es nach Befragungen der LVN bereits viele Initiativen, die Milch außerhalb des Schulmilchprogramms anbieten und somit nicht erfasst werden.

Neben Herrn Kohl vom BMELV waren auch Anne Hebbelmann aus dem Milchreferat des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung und Frank Bonse als Ansprechpartner zur Schulmilchbeihilfe aus der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für die Fragen und Wünsche der Lieferanten vor Ort.

Die Teilnehmer des Treffens sehen Sie in der zugehörigen Bildergalerie.

LVN/Licher

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