Milch Milchlandpreis

Milchlandpreis 2010: Die Hots GbR auf Platz 4

LVN: Sie haben sich in 2010 zum zweiten Mal um den Milchlandpreis beworben. Wissen Sie noch, wie es zur ersten Teilnahme kam?

Heino Hots: Der Tanksammelwagenfahrer brachte uns die Milchlandpreisbroschüre vorbei. Wir haben die Broschüre durchgesehen und gedacht, dass könnte passen – bewerben wir uns mal. Beim ersten Versuch kamen wir auf Platz 5 und beim zweiten Durchgang hat es dann sogar zu Platz 4 geführt.

LVN: Sie führen eine GbR mit Ihrer Frau und Ihrem Sohn. Welche Vorteile bietet das für Ihren Betrieb?

Hots: Durch die GbR ist klar, dass mein Sohn in alle Entscheidungen mit eingebunden ist und die gleiche Verantwortung für den Betrieb trägt. In unserer GbR gibt es eine klare Arbeitsteilung, das ist ebenfalls ein Vorteil.

LVN: Wie ist diese Arbeitsteilung in Ihrem Betrieb geregelt?

Hots: Mein Sohn kümmert sich um die Tiere. Ich selber erledige die Buchführung.

Dazu kommen unsere zwei Auszubildenden, die voll integriert sind in alle Prozesse. Mein Sohn und ich wechseln uns wochenweise mit dem Melken ab. Wir melken jeweils mit einem Auszubildenden. Meine Frau springt ein, wenn ich mal im Ehrenamt unterwegs bin. Auch an den Wochenenden wechseln wir uns mit den Diensten ab.

LVN: Werden Sie auch in Zukunft weiter ausbilden?

Hots. Auf jeden Fall! Wir haben so gute Erfahrungen mit unseren Auszubildenden gemacht. Wir haben immer viel voneinander profitiert. Besonders am Herzen liegen uns die Vermittlung des „selbständigen Arbeitens“ und das „Beobachten der Tiere“. Die Auszubildenden, die sich heute für den Beruf „Landwirt“ entscheiden, haben großes Interesse. Sie werden meiner Meinung nach als gut ausgebildete Landwirte gute Chancen haben, denn sie werden zukünftig in den wachsenden milchwirtschaftlichen Betrieben gebraucht.

LVN: Welche Ansatzpunkte/Änderungsvorschläge werden Sie nach der Begutachtung als Erstes verfolgen bzw. umsetzen?

Hots: Unser Hauptaugenmerk richten wir jetzt darauf, den Kuhkomfort noch zu verbessern. Außerdem wollen wir daran arbeiten, die Milchleistung zu erhöhen und die Remontierungsrate zu senken.

LVN: Gibt es einen Betriebszweig, den Sie neben der Milcherzeugung pflegen?

Hots: Ja, die Rindermast und die Jungviehaufzucht. Wir behalten fast alle Kälber, die im Betrieb geboren werden.

LVN: Sie sind politisch sehr engagiert. Wie sind Sie dazu gekommen? Seit wann engagieren Sie sich? Wie ist das mit dem Beruf als Milcherzeuger zu vereinbaren?

Hots: Ich wurde hier im Ort vor längerer Zeit angesprochen und bin nun schon die dritte Legislaturperiode im Kreisrat vom Landkreis Ammerland und im Stadtrat von Westerstede. Das nimmt einige Zeit in Anspruch, aber meine Familie unterstützt meine Arbeit. Und dadurch, dass unsere Auszubildenden immer gut in die Betriebsprozesse integriert sind, habe ich die Zeit, dieses Ehrenamt auszuüben. Das ist meiner Meinung sehr wichtig, um die Interessen des Berufsstandes in die Politik einzubringen. Leider bleibt den Betriebsleitern immer weniger Zeit für solche Aufgaben.

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