Milchlandpreis 2011: Bianca und Rolf Schröder aus Uchte auf Platz 5

01. September 2019

Milchlandpreis 2011: Bianca und Rolf Schröder aus Uchte auf Platz 5

Dann wird es noch mal ein wenig feierlich.

LVN: Sie haben sich im Jahr 2011 zum ersten Mal beim Milchlandpreis beworben.

Haben Sie schon vorher einmal mit dem Gedanken gespielt, mitzumachen und wie kam es zur Teilnahme am Milchlandpreis?

Schröder: Eigentlich wollten wir uns im Jahr 2009 bewerben, doch da verstarb plötzlich mein Schwiegervater und auch ich fiel wegen einer Krankheit länger aus. Der Wettbewerb hat mich schon immer interessiert, immer habe ich in der Milchlandpreisbroschüre gelesen. Als im letzten Jahr Familie Evers aus unserer näheren Umgebung gewann, wurde ich noch aufmerksamer und habe mich am Himmelfahrtstag alleine aufgemacht, um mir beim Tag der offenen Tür den Betrieb der Evers anzusehen. Mein Mann war mit der Clique auf Vatertagstour, deshalb hatte ich den Auftrag, Bilder zu machen. Ich habe dort viele Bekannte getroffen und das Fest hat mir super gefallen. Ich kam ganz begeistert nach Hause und steckte damit auch die gut gelaunten Männer nach ihrer Vatertagstour an. Es war dann klar, dass wir uns bewerben. In der „Schnapslaune“ machten die Männer schon die ersten Pläne für den Fall, dass wir die Olga gewinnen würden.
Über den 5. Platz im ersten Versuch sind wir aber erst einmal sehr glücklich. Sicher werden wir noch einmal teilnehmen.

LVN: 2006 haben Sie einen neuen Boxenlaufstall mit 180 Plätzen gebaut.
Welche Maßnahmen wurden im Bereich Kuhkomfort berücksichtigt?

Schröder: Unser Boxenlaufstall hat ausreichend sechsreihige Liegeboxen.

Es sind Tiefboxen, die mit einem Strohmehl-Kalk-Wassergemisch eingestreut werden. Die Futtertische sind beidseitig nach außen. Dadurch, dass der Stall nach beiden Seiten offen ist, herrschen gute Licht- und Luftverhältnisse für die Kühe. Der Melkstand, ein Doppel-Zwölfer-Fischgrätenmelkstand, und der Wartebereich befinden sich im Stall. Es gibt kurze Treibwege, keinen Übertrieb. Außerdem haben wir einen großen Abkalbestall und viel Platz für Trockensteher und die Transitgruppe.

LVN: Trotz beengter Dorflage haben Sie sich gegen eine Aussiedlung entschieden. Warum?

Schröder: Für uns stand 2006 fest, dass der Kuhstall ans Haus gehört, um die Tiere zu beobachten – wir haben damals mit 70 – 80 Kühen angefangen.
Da wir jetzt nach 5 Jahren schon mit mehr als der doppelten Kuhzahl arbeiten, stellt sich die Frage nach der Aussiedlung erneut. Es gibt aber auch Möglichkeiten, den Betrieb hier in der Dorflage zu erweitern.
Die an die Betriebsstelle angrenzende ehemalige Dorfschule haben wir bereits gekauft und sie zum Strohlager für 400 – 500 Rundballen umgebaut. Wir haben aber mehrere Pläne für die Weiterentwicklung des Betriebes, die wir erst zu Ende denken müssen.

LVN: Welchen Betriebszweig pflegen Sie neben der Milcherzeugung und wie ist die Arbeitsaufteilung?

Schröder: Wir haben noch 1.000 Mastplätze für Schweine, die betreut mein Mann und wird dabei, genauso wie bei den Ackerarbeiten, von unserer Aushilfskraft und unserem Mitarbeiter unterstützt. Da unsere Männer sehr technikbegeistert sind, haben wir selbst einen großen Maschinenpark, d.h. natürlich auch, dass wir die meisten Außenarbeiten selbst erledigen. Das Melken übernehmen meine Schwiegermutter und ich. Während sie auch den Haushalt versorgt, kümmere ich mich um die Kälber, um die Nachsorge und die Prophylaxe sowie um die Besamungen.

Zukünftig ist die Überlegung, zusätzlich eine Teilzeit-Melkkraft einzustellen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass wir einen Auszubildenden einstellen. Der Freund unseres Sohnes Niklas, der zuhause keine Landwirtschaft hat, hat angefragt, ob er ein Jahr auf unserem Betrieb lernen kann. Die Entscheidung steht noch aus.

LVN: Was hat Ihnen geholfen, sich als Nicht-Landwirtin in das ganze Herdenmanagement einzuarbeiten?

Schröder: Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden, meine Eltern hatten auch Kühe. Mit 15 habe ich meine Ausbildung als Köchin in Hannover gemacht, sollte ursprünglich die Gastwirtschaft der Großeltern übernehmen. Als ich ungefähr 20 war, waren meine Eltern mal ein paar Tage auf Borkum, in der Zeit sollte mein Schwager die Kühe melken. Ich habe ihn dann gefragt, ob er mir das mal zeigen kann – ich wollte es selbst probieren.
Im Verlauf der Zeit kam es dazu, dass ich von Zeit zu Zeit auf dem Betrieb Schröder beim Melken ausgeholfen habe. Ich lernte meinen zukünftigen Mann kennen und habe dann im alten Stall erst einmal mit meiner Schwiegermutter gemolken. Für die Arbeit im neuen Melkstand besuchte ich eine gute Schulung. Vieles haben mir auch die Monteure bei der Installation des neuen Melkstandes erklärt. Ich war immer viel mit im Betrieb, auch als die Kinder klein waren. Meine Schwiegermutter hat sich um den Haushalt und die Kinder gekümmert.

LVN: Wie haben Sie 2009 die Umorganisation nach dem Tod des Seniorchefs und der eigenen Krankheit geschafft?

Schröder: Wir hatten zu der Zeit schon eine Aushilfskraft, die wurde dann vermehrt eingesetzt. Außerdem haben Niklas und sein Freund uns viel unterstützt. Mein Schwager hat uns am Wochenende geholfen. Zusätzlich hatte ich eine Betriebshelferin organisiert. Niklas bekam im letzten Jahr aufgrund der besonderen Situation vom Straßenverkehrsamt die Erlaubnis, einen vorgezogenen Führerschein zu machen. Er darf damit eingeschränkt fahren, d.h. vor allem zu unseren Ländereien und manchen Händlern. Das schafft Entlastung. Seit eineinhalb Jahren haben wir zusätzlich einen Mitarbeiter beschäftigt.

LVN: Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Betriebes?

Schröder: Noch ist die Hofnachfolge nicht ganz geklärt. Unser Sohn Niklas ist jetzt fast 16 und soll im nächsten Jahr erst einmal die 10. Klasse beenden. Er hat großes Interesse an der Landwirtschaft und hat von klein auf den Opa im Betrieb begleitet. Sein erstes Wort war „Gülle“. Er wird in jede Entscheidung des Betriebes einbezogen. Die Pläne für den Betrieb sind vielfältig. Dazu gehört z.B. ein Kälberdorf. Außerdem kann der Boxenlaufstall erweitert werden, z.B. im Bereich des Melkstandes, hier gibt es bereits einen Güllekeller. Auch sonst gibt es Möglichkeiten durch Umstrukturierungen die Kühe aufzustocken. Das eine Jahr bis zum Schulabschluss werden wir aber erst abwarten.

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