Milchlandpreis 2013: Bentloh KG – Gewinner der Bronzenen Olga
LVN: Sie haben sich zum dritten Mal am Milchlandpreis beworben. Wie sind Sie vor drei Jahren auf den Wettbewerb aufmerksam geworden und was hat den Anstoß für Ihre Teilnahmen gegeben?
D. Drögemüller: Wir sind über die Broschüre, die der Milchwagen jedes Jahr bringt, aufmerksam geworden. Nach den Bewerbungen in 2011 und 2012, bei denen wir nicht in die Begutachtung gekommen sind, wollten wir uns eigentlich nicht wieder bewerben. Meine Frau motivierte uns dann aber im letzten Moment nochmal, nach dem Motto „einmal können wir doch noch mitmachen“.
LVN: Welche Reaktionen haben Sie in der Region auf Ihren Erfolg erhalten?
D. Drögemüller: Das war ganz interessant, wir wurden von Leuten angesprochen, von denen wir es gar nicht erwartet hatten. Mein alter Biolehrer z.B. brachte ein kleines Geschenk. Und die Kreiszeitung hat uns für einen Bericht besucht. Wir haben viel positive Rückmeldung bekommen.
LVN: Sie führen Ihren Betrieb in einer besonderen Betriebsform als KG. Warum haben Sie diese Form gewählt und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Welche Freiräume schafft das für Sie persönlich?
D. Drögemüller: Für die Landwirtschaft ist die KG eine eher ungewöhnliche Betriebsform. Wir haben uns damals vom Beratungsring der Landwirtschaftskammer beraten lassen, welche Form für unseren speziellen Fall sinnvoll ist. Mein heutiger KG-Partner war vorher Landwirt im Nebenerwerb, hauptberuflich ist er Milchsammelwagenfahrer für die Molkerei Eschede. Wir haben auch vorher schon zusammen gearbeitet und wollten das auf eine vernünftige Basis bringen. Für uns passte die Form der KG, an der ich einen Anteil von 80 % halte, weil mein KG-Partner in einer GbR voll haftbar gewesen wäre. In der KG haftet er nur mit dem eingelegten Kapital. Er hätte auch verpachten können, aber dann hätte er überhaupt kein Mitspracherecht mehr gehabt.
Wir haben uns auch bewusst einen unabhängigen Namen gegeben: Bentloh* KG, falls später nochmal ein dritter Partner dazu kommt. * (historische Flurbezeichnung, „Bent“ = Pfeifengras und „Loh“ = lichter Wald oder Hain – beschreibt den Standort des ausgesiedelten Kuhstalls)
Die KG bietet insofern Freiräume, dass eine Vertretung durch meinen KG-Partner gut geregelt werden kann. Wir machen mindestens 10 Tage Urlaub im Jahr und können auch mal, wie in der letzten Woche, für 2 Tage zur Grünen Woche nach Berlin fahren.
LVN: Wie ist die Arbeitsverteilung in der KG?
D. Drögemüller: In Spitzenzeiten (Silage bereiten, Hackfrüchte ernten) nimmt sich mein KG-Partner Urlaub und unterstützt den Betrieb. Oder wenn mal eine Kuh festliegt, habe ich immer Unterstützung durch ihn. Es ist gut, wenn wir dann zu zweit sind.
Unser Auszubildender unterstützt den ganzen Betrieb.
LVN: Sie melken mit zwei Melkrobotern. Welche Vorteile bringt das für Ihren Betrieb?
D. Drögemüller: Melkroboter sind familienfreundlich. Sie sorgen für mehr Flexibilität. Hätten wir heute noch einen Melkstand, wären meine Eltern mit großer Sicherheit noch mit beim Melken. Für sie war die Anschaffung der beiden Melkroboter ein klarer Abschluss. Unsere beiden Kinder macht die Technik des Melkroboters neugierig und auch unser Auszubildender wäre wohl nicht bei uns, wenn wir einen Melkstand hätten. Meiner Meinung nach ist es mit Melkrobotern leichter, gute Auszubildende zu bekommen.
LVN: 2009 entstand ein neuer Kuhstall für 120 Kühe. Welche Entwicklungsschritte planen Sie für die Zukunft?
D. Drögemüller: Ich möchte zunächst die Milchleistung verbessern, dazu an kleinen Schrauben drehen. Wir werden erst einmal nicht stark wachsen, für uns gilt: klein, aber fein. Unsere Arbeitskraftauslastung ist am Limit. Wir wollen den Anbau von Hackfrüchten und Kartoffeln nicht aufgeben, weil wir vielseitig bleiben und den Betrieb auf eine breite Basis stellen möchten. Nächstes Jahr werden wir einen zweiten Auszubildenden einstellen, auch vor dem Hintergrund, dass mein Vater dann 75 wird, der bisher noch stark in den Betrieb eingebunden ist. Wir haben die Möglichkeit, den Stall zu spiegeln, das wird aber erst Thema, wenn die nächste Generation mit entscheidet.
LVN: Inzwischen erfordert der Beruf des Milcherzeugers auch eine Menge an Bürotätigkeit. Wie halten Sie und Ihre Frau sich fit?
D. Drögemüller: Meine Frau, die von einem Nebenerwerbsbetrieb kommt, hat eine Weiterbildung zur Agrarbüromanagerin absolviert und einen Kurs für Frauen auf Milchviehbetrieben besucht. Ich war im letzten Jahr Teilnehmer bei einem Kurs der Landwirtschaftskammer „Büro sucht Bauer“.
Der hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil wir uns gut austauschen konnten. Der Kontakt zu anderen Landwirten ist übrigens auch ein großer Vorteil beim Milchlandpreiswettbewerb.
LVN: Öffentlichkeitsarbeit gehört für Sie selbstverständlich zu Ihrem Beruf, das sieht man auch an Ihrer informativen Homepage www.bentloh.de Welche Maßnahmen liegen Ihnen besonders am Herzen?
D. Drögemüller: Meine Frau ist sehr engagiert im Projekt „Transparenz schaffen“, das macht ihr großen Spaß. Wir bieten aber auch Hofführungen für außerlandwirtschaftliche Multiplikatoren und für Schüler von weiterführenden Schulen an. Vor zwei Jahren waren wir beim Tag des offenen Hofes dabei.
LVN: Auch für das Ehrenamt bleibt noch Zeit. Wo engagieren Sie sich?
D. Drögemüller: Da kommt einiges zusammen. Ich wurde für den Gemeinderat neu gewählt, bin im Vorstand des Beratungsrings und Mitglied in der Jagdgenossenschaft, Feuerwehr und Schützenverein. Meine Frau ist im Arbeitskreis „Netzwerk Bauersfrauen“ aktiv.
LVN/Licher
Das könnte dich auch interessieren
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen