Milchquotenbörse

01. September 2019

Ergebnis der Milchquotenbörse 02.07.2012

Der Anstieg des Gleichgewichtspreises von 12 auf 14 Cent/kg lässt vermuten, dass bei diesem Übertragungstermin die Nachfrage wieder stärker angezogen hat. Tatsächlich war die Nachfrage doppelt so hoch wie das Angebot, im April 2012 betrug die Nachfrage nur das 1,4-fache des Angebotes. Angeboten wurden 115,0 Mio. kg, das sind 68,1 Mio. kg (-37 %) weniger als im April. Die Nachfrage betrug 233,9 Mio. kg, 19,5 Mio. kg (-8 %) weniger als im April. Offensichtlich hat die Produktionssteigerung der letzten Monate und die Überlieferung der nationalen Milchquote im abgelaufenen Quotenjahr viele Milcherzeuger veranlasst, Quoten zu kaufen. Die Abrechnung des Quotenjahres 2011/12 mit einer Quotenausnutzung von nur 100,1 % war zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe noch nicht bekannt, prognostiziert waren vorher 100,7 %. Trotzdem bedeutet der Preisanstieg einen erheblichen Liquiditätsabfluss – drei Jahre vor dem Ende der Quotenregelung. Ein Jahr zuvor mussten lediglich 9 Cent/kg im Übertragungsgebiet West gezahlt werden.

Die angebotene Quote wurde fast vollständig übertragen, lediglich drei Anbieter mit 95.000 kg forderten einen zu hohen Preis. Bei den Nachfragern waren nur 54 % erfolgreich. Sie haben im Gebiet West durchschnittlich 56.800 kg zugekauft. Die durchschnittliche Kaufmenge der niedersächsischen und holsteinischen Milcherzeuger beträgt 87.900 kg.

Im Übertragungsgebiet Ost hat sich das Verhältnis von Nachfrage zu Angebot ebenfalls erhöht: Die Nachfrage war um das 2,4-fache höher als das Angebot. Im Gebiet Ost wurden durchschnittlich 303.500 kg gekauft.

Wie bei den vormaligen Übertragungsterminen wandern die Quoten weiterhin gen Norden nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein, aber deutlich abgeschwächt. Wurden zum April noch rd. 17 % des Gesamthandelsvolumens in diese Länder transferiert, sind es dieses Mal nur 8 %. Von den nach Niedersachsen/Schleswig-Holstein übertragenen Quoten entfallen 72 % auf Niedersachsen. Erstmals seit längerer Zeit weist auch Baden-Württemberg wieder einen positiven Saldo auf. Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz gaben hingegen Quoten ab. Im Übertragungsgebiet Ost gab es eine Quotenwanderung nach Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus Brandenburg und Sachsen.

Die Niedersächsischen Milcherzeuger haben insgesamt 31,6 Mio kg zugekauft. Außerdem erhalten sie zum Ausgleich des Nachfrageüberhangs aus der Landesreserve 1,7 Mio kg unentgeltlich. Daraus ergibt sich ein effektiv zu zahlender Preis von 13,3 Cent/kg. Der Nachfrageüberhang konnte mangels verfügbarer Quoten in der Landesreserve nur zu knapp 57 % ausgeglichen werden, so dass wie beim letzten Übertragungstermin jeder erfolgreiche Käufer nicht seine volle Kaufmenge erhalten kann.

Beansprucht ein Pächter eines Milchpachtvertrages das Übernahmerecht, so sind an den Verpächter (falls keine Einigung zu einem niedrigeren Preis erzielt wird) pro kg Quote 67 % des maßgeblichen Gleichgewichtspreises zu bezahlen. Aus dem aktuellen Gleichgewichtspreis errechnet sich ein Übernahmepreis von 9,38 Cent/kg. Dieser Übernahmepreis gilt für alle Pachtverträge, die in der Zeit vom 02.07. – 02.11.2012 enden.

Der nächste Übertragungstermin findet am 02. November 2012 statt. Einreichungsfrist für die Angebote und Nachfragegebote ist der 01. Oktober 2012.

Landvolk/LVN

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