Mischfette auf Wachstumskurs | Konsument honoriert Mehrwert

21. August 2014

Mischfette auf Wachstumskurs | Konsument honoriert Mehrwert

Zumindest die Hersteller sind von einer weiterhin positiven Entwicklung des Segments überzeugt. Sie sehen übereinstimmend veränderte Verbraucherbedürfnisse als Grund für den Erfolg: Der Geschmack von Mischfetten sei vergleichbar mit Butter, die Streichfähigkeit im gekühlten Zustand aber besser und der wiederverschließbaren Plastikbecher generiere dem Konsumenten Mehrwert. Daher sei dieser auch bereit, Verkaufspreise auf dem Niveau von Premiumbutter zu bezahlen.

In einem weiteren Punkt sind sich die Hersteller einig: In Puncto Wertschöpfung sind Mischfette für Handel und Markenartikler ein Gewinn. Denn im Vergleich zu anderen Kategorien wie Premiumbutter sei der Promotionanteil mit rund 30 Prozent derzeit „moderat“.

Butterspezialist Meggle brachte Ende vergangenen Jahres zwei Mischfettvarianten auf den Markt und zeigt sich mit der Entwicklung sehr zufrieden, auch wenn der Marktanteil noch im einstelligen Bereich liege. Mischfette hätten die Chance langfristig eine ähnliche Absatzgröße zu erreichen wie Premiumbutter, von der jährlich rund 90.000 t verkauft werden, glaubt man bei Meggle und es sei zum derzeitigen Zeitpunkt keine Kannibalisierung mit anderen Meggle-Produkten wie Premiumbutter erkennbar. „Die Neuprodukte setzen sich on-top“.

Auch bei Kerrygold beziffert man die Kannibalisierungsquote für die hauseigene Butter auf „jährlich nur 6 Prozent“. Mit einem mengenmäßigen Marktanteil von 24 Prozent sind die Iren die Nummer zwei am Markt und sehen noch weiteres Potenzial: „Der Anteil der Mischfette kann sich in den nächsten fünf Jahren gut verdoppeln.“

Klarer Marktführer bei den Mischfetten ist Kaergarden von Arla, das laut Nielsen einen Marktanteil von 37 % hält und lt. eigenen Aussagen weiter zweistellig wachse.

Unter dem Margarine-Klassiker Rama führte der Unilever-Konzern Ende 2013 zwei Varianten mit Butter ein. Mittlerweile haben die Hamburger einen „zweistelligen Marktanteil“ in der Kategorie erreicht. Auch bei anderen Margarinemarken wie Lätta denkt man über Varianten mit Butter nach, das Geschäft mit klassischer Margarine gilt bei Unilever seit Jahren als Sorgenkind.

Die niedersächsischen Molkereiunternehmen wie z.B. DMK Deutsches Milchkontor GmbH und Uelzena eG spielen selbstverständlich nicht nur in der „Butter-Liga“ sondern auch bei den Mischfetten mit.

Anja Brand, Produktmanagerin Milchfett & Zutaten, ergänzt: „Ja, Mischstreichfette sind auch bei der Uelzena eG bzw. der Tochtergesellschaft Hoche Butter GmbH ein Wachstumsmarkt und eine lohnenswerte Ergänzung des angebotenen Buttersortimentes. Neben dem 250g Becher der schon länger im Sortiment ist, führen wir ganz aktuell gerade eine praktische 3-kg-Schale mit fest schließendem Deckel ein, speziell abgestimmt auf die Bedürfnisse von Großverbrauchern. Das neue Produkt wird über den einschlägigen Fachgroßhandel und Frischdienste vertrieben werden, da wir festgestellt haben, dass auch seitens der professionellen Verarbeiter eine steigende Nachfrage nach Mischstreichfetten zu verzeichnen ist, z.B. für die Snackecke in Bäckereien oder in der (Groß-)küche.“

Lebensmittelzeitung Deutscher Fachverlag/LVN

Das könnte dich auch interessieren