Nachhaltigkeit im Kaufprozess: Sag mir wie du produzierst, sonst kaufe ich woanders
Der aufgeklärte und vernetzte Verbraucher von heute wisse, welchen Einfluss er auf Unternehmen habe – z. B. durch öffentliche Proteste oder das Teilen seiner Meinung in sozialen Netzwerken.
Konsumenten förderten „gute“ Unternehmen und Marken durch ihren bewussten Kaufentscheid und ihre Weiterempfehlung, die sozialen Netzwerke haben dies enorm befeuert. Bei qualitativ und preislich vergleichbaren Produkten sei für deutsche Verbraucher das assoziierte Gemeinwohl mittlerweile der relevanteste Faktor für den Kaufentscheid; noch vor Design und Innovation und Markentreue. Zwischen den hohen Erwartungen der Bürger einerseits und dem wahrgenommenen Unternehmensengagement andererseits klafft jedoch noch eine große Lücke: Nur 15 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Unternehmen sich bereits adäquat und ausreichend einsetzen. Unternehmer stehen laut Guckenberger vor der großen Herausforderung, verantwortliches und nachhaltiges Handeln zu einem integralen Bestandteil der Unternehmens- und Markenführung zu machen. Der ethische Konsument wolle genau wissen, welchen Beitrag ein Unternehmen zur Förderung des Gemeinwohls leiste.
Seit fünf Jahren beleuchtet die „goodpurpose-Studie“ der Agentur Edelman die Einstellungen und Erwartungen von Verbrauchern zum gesellschaftlichen Engagement von Marken und Unternehmen. Untersucht wurde u. a. wie deren Engagement für das Gemeinwohl – ökologisch, sozial und gesellschaftlich – wahrgenommen werden, inwieweit diese Aktivitäten die Kaufentscheidung von Konsumenten beeinflussen und wie stark Verbraucher persönlich in gemeinnützige Projekte involviert sind.
Die Karmakonsumkonferenz 2012 widmete sich dem großen Trend-Thema der so genannten „Gemeinwohl-Ökonomie“. Dieses Konzept wurde in den vergangenen zwei Jahren von einem wachsenden Kreis von Unternehmern ausgearbeitet und ist eine konkrete Systemalternative zu Kapitalismus und Kommunismus. Die Gemeinwohl-Ökonomie baut auf dieselben Werte, die unsere zwischenmenschlichen Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Kooperation, Verantwortungsübernahme, Solidarität und Teilen. Je sozialer, ökologischer und demokratischer Unternehmen wirtschaften und sich organisieren, desto leichter werden sie es in Zukunft haben – so die Prognose. Dafür sorgt die Gemeinwohl-Bilanz, die all das misst, was in Geld nicht ausgedrückt werden kann, für Mensch und Natur aber essentiell und wichtig ist.
aid
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