Niedersächsisches Ernährungsforum in Oldenburg

25. April 2013

Niedersächsisches Ernährungsforum in Oldenburg

Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. med. Thomas Ellrott über die Frage „Was steuert das Essverhalten im Kindesalter?“. Untermalt mit vielen praktischen Beispielen zeigte Dr. Ellrott, wie sich das Essverhalten entwickelt und wie darauf Einfluss genommen werden kann. Kinder lernen das Essverhalten neben vielen weiteren Faktoren vor allem über das Beobachtungslernen, so dass hier Eltern, Lehrkräften, Erziehern etc. eine wichtige Vorbildfunktion zukommt. Zudem erreiche man eine Verhaltensänderung nicht über die reine Wissensvermittlung, so Ellrott. Kinder wissen sehr wohl was gesund und ungesund ist, aber das allein ändert ihr Verhalten nicht. Viel wichtiger sei der Geschmack, der Genuss, der Spaß, das Erlernen praktischer Fertigkeiten und selber aktiv zu werden. So sei der Ernährungsführerschein des aid ein gutes Beispiel dafür.

Auch das Projekt der Landfrauen „Kochen mit Kindern“ und die Shake- und Snackseminare der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachen e.V. (LVN) orientieren sich an diesen Erkenntnissen. Hier wird nicht von „gesunden Lebensmitteln“ („Gesund“ bedeutet für Kinder oft „schmeckt sowieso nicht“ sowie „Zwang und Bevormundung“) gesprochen wird, sondern es werden vor allem „leckere“ (und nebenbei natürlich gesunde) Speisen und Getränke zubereitet.

Über das Thema „Gesundheitskommunikation für Jugendliche“ referierte die Diplom Oecotrophologin Dorle Grünewald-Funk aus Berlin. Der Bedarf an Ernährungs- und Gesundheitskommunikation mit Jugendlichen sei groß, gerade vor dem Hintergrund der Problematik der Essstörungen, Übergewicht etc. Aber wie kann man die Jugendlichen erreichen? Dazu müsse man sich genau anschauen, wie die Jugendlichen leben. So kann man sich die oft sehr mediengeprägte Freizeitgestaltung der Jugendlichen (Internet, Computer-Spiele, Smartphones etc.) zunutze machen und ebenfalls über das Internet, über Apps und YouTube kommunizieren. Zudem seien Jugendliche vor allem über Themen wie Party, Sport, Schönheit etc. in der Sprache der Jugendlichen zu erreichen. Beispiele aus dem Bereich der LVN sind dabei die Snack´n´Shake Broschüre No. 2 sowie das M-Chart „Milch macht schön“, die genau diese Empfehlungen berücksichtigen und erfolgreich in den Schulen eingesetzt werden.

Nach einer kleinen Bewegungspause widmete sich Diana Reif von der DGE Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen dem Thema der optimalen Gemeinschaftsverpflegung im Kindes- und Jugendalter mit den DGE-Qualitätsstandards.

Nach dem ersten Themenabschnitt konnten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an einem Fingerfood-Buffet bedienen. Dieses hatten die angehenden Oldenburger Diätassistentinnen unter Leitung von Irmtraud Retzlaff in einer sehr ansprechenden Art und Weise und mit viel Sorgfalt zubereitet. Als Nachtisch oder einfach als Erfrischung bot die LVN leckere Milchshakes an. Neu zu probieren gab es dieses Mal den Milchshake „Birne Helene“ – eine Schokomilch mit Birnensaft. Natürlich durfte aber der altbewährte und immer sehr beliebte Body&Soul nicht fehlen – DER Buttermilchshake mit Pfirsichnektar und Grenadine. Zudem hielt die LVN zahlreiche Informationen über Milch und Milchprodukte für Interessierte bereit.

Nach der Mittagspause folgten weitere interessante Vorträgen über den Umgang mit Allergien, Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Klinik und Beratung.

LVN/Deckert

Das könnte dich auch interessieren