Pflanzenschutzrückstände in deutschen Lebensmitteln anhaltend niedrig

16. April 2015

Pflanzenschutzrückstände in deutschen Lebensmitteln anhaltend niedrig

Demnach wurde 2013 lediglich bei 1,1 % der in Deutschland produzierten Erzeugnisse eine Überschreitung der jeweiligen Rückstandshöchstgehalte festgestellt, was einem Rückgang um 0,5 Prozentpunkte zum Vorjahreswert entsprach. Deutlich höher war ihm zufolge mit einem Anteil von 6,5 % die Belastung bei Importware, die von außerhalb der Europäischen Union stammt.

BVL-Präsident Dr. Helmut Tschiersky warnte allerdings mit Blick auf das scheinbar schlechte Abschneiden der Drittlandsware davor, die Ergebnisse zu pauschalisieren. Während man bei einigen wenigen Produkten wie schwarzem oder grünem Tee, Maracuja und frischen Kräutern zwar immer noch 20 % und mehr Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen feststelle, wiesen viele andere importierte Lebensmittel wie Birnen, Kartoffeln, Rosinen sowie alle untersuchten tierischen Lebensmittel keinerlei Überschreitungen auf. Die meisten Lebensmittel aus Drittstaaten seien damit nicht per se schlechter als europäische oder deutsche Lebensmittel, erklärte Tschiersky.

Eine differenzierte Sichtweise ist ihm zufolge nicht nur in Bezug auf die Lebensmittelgruppe und die Herkunft der Erzeugnisse, sondern auch hinsichtlich der Pflanzenschutzmittelwirkstoffe notwendig. So seien im Jahr 2013 bei insgesamt 833 untersuchten Wirkstoffen nur für 91 Substanzen Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen festgestellt worden. Fast 90 % aller Wirkstoffe seien also nicht auffällig, stellte der BVL-Präsident fest.  Immerhin 683 der insgesamt 17.473 in 2013 untersuchten Lebensmittelproben waren Milch oder Milchprodukte.

Die oben beschriebene gute Gesamtsituation spiegelt sich auch in den Ergebnissen des niedersächsischen Milch-Monitorings wider. Bei dem durch die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. koordinierten Milch-Monitoring wird die Anlieferungsmilch an die Molkereien regelmäßig auf verschiedene Rückstände und Kontaminanten untersucht. Dazu gehören z.B. die persistenten chlororganischen Insektizide wie DDT, HCB und Lindan, die auch Untersuchungsgegenstand der amtlichen Pflanzenschutzmittelkontrollen sind. Diese Stoffe dürfen in Deutschland seit langem nicht mehr angewendet werden. Altlasten, vor allem im Boden, könnten aber immer noch zu Belastungen in Lebensmitteln führen. Die diesbezüglichen Ergebnisse im Milch-Monitoring sind aber seit Jahren völlig unauffällig.
AgE/LVN/Fritsch

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