QM-Milch in Niedersachsen jetzt unter akkreditierten Bedingungen
Die niedersächsische Milchwirtschaft hat sich entschlossen, mit der Agrar-Control GmbH (ACG) zusammen zu arbeiten, die im April 2013 auf den QM-Milch-Standard akkreditiert wurde. Seit dem 1. Juli 2013 werden die QM-Audits in Niedersachsen in Regie der ACG durchgeführt. Die ACG wiederum arbeitet eng mit dem LKV Niedersachsen zusammen, dessen speziell von der ACG und der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) geschulte Mitarbeiter die Audits vor Ort durchführen. Insbesondere die formalen Anforderungen machten eine Änderung in der Datentechnik notwendig. In Zusammenarbeit mit ACG und LKV hat die Landesvereinigung eine völlig neue Software entwickeln lassen, die die Verwaltung der Audits über ein Internetportal ermöglicht. Um den formalen Anforderungen zu genügen, müssen die meisten Molkereien die Verankerung von QM-Milch in ihren Milchlieferungsordnungen bzw. Lieferverträgen ändern.
Die Molkereien versprechen sich durch den Übergang des seit 10 Jahren bewährten QM-Milch-Systems auf das akkreditierte Kontrollsystem, das der europäischen Norm für Produktzertifizierungen entspricht, eine langfristige Akzeptanz durch den Handel, der normbasierte Qualitätsmanagementsysteme fordert. Gleichzeitig stärken die Molkereien die Eigenständigkeit des QM-Milch-Systems, das sich aus Imagegründen von anderen QS-Systemen in der Lebensmittelwirtschaft abgrenzen möchte.
Die Milchwirtschaft hatte schon früh erkannt, dass die Sicherheit und Qualität ihrer Produkte nur gewährleistet werden können, wenn der Produktionsprozess stufenübergreifend kontrolliert wird. Nicht allein die Qualitätssicherung in den Molkereibetrieben ist hierbei ausschlaggebend, sondern auch die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen und der Vorgaben zur guten fachlichen Praxis auf den Milcherzeugerbetrieben.
Konsequent war daher die Einführung des QM-Milch-Systems im Jahr 2003, um transparent zu machen, dass der gesamte Milchgewinnungsprozess den Anforderungen von Verarbeitern und Verbrauchern gerecht wird.
Konsequent war aber auch, den bewährten Aufbau von QM-Milch bei der Überführung in ein akkreditiertes System beizubehalten. Die Audits werden weiterhin in einem dreijährigen Turnus durchgeführt, d.h. jeder Milcherzeugerbetrieb muss alle drei Jahre mit einem Audit rechnen. Falls dieses Routineaudit nicht bestanden wird, wird den Milcherzeugern eine Frist von zwei bzw. drei Monaten eingeräumt, um die festgestellten Mängel zu beseitigen. Sollten auch die Nachaudits nicht bestanden werden, droht den Betrieben der Ausschluss von der Milchabholung. Alle niedersächsischen Molkereien beteiligen sich an QM-Milch.
Ebenfalls beibehalten wird das Punktesystem:
Kriterium nicht erfüllt = 0 Punkte | Kriterium erfüllt = 1 Punkt | Kriterium besonders gut erfüllt = 2 Punkte
Mit Blick auf die Kriterien wurden nur wenige Änderungen vorgenommen. Einige Kriterien wurden umgestellt und anders bewertet, neu aufgenommen wurde ein Kriterium, das auf die Einhaltung der zulässigen Höchstgehalte gemäß der Kontaminantenverordnung abhebt.
Bei 55 zu prüfenden Kriterien ist eine maximale Punktzahl von 66 erreichbar. Die Mindestpunktzahl zum Bestehen eines Audits beträgt 47. Die Zahl der „KO-Kriterien“, die auf jeden Fall erfüllt sein müssen, erhöht sich allerdings von 6 auf 16. Für die Milcherzeuger stellt diese Tatsache aber keine unüberwindbare Hürde dar, da es sich um gesetzlich vorgegebene Anforderungen handelt, die ohnehin bei der Milcherzeugung einzuhalten sind.
Neu ist der Einbau einer risikoorientierten Komponente in das QM-Milch-System. Gravierende Mängel bei der Milchqualität führen zu zusätzlichen Audits, die außerhalb des routinemäßigen dreijährigen Turnus durchzuführen sind. Bei den Sonderaudits wird aber nicht der gesamte Kriterienumfang des Routineaudits überprüft, sondern es wird gezielt auf die jeweils relevanten Kriterien eingegangen. Auslöser für ein Sonderaudit sind amtliche Liefersperren wegen erhöhter Zellzahl- oder Keimzahlwerte, Hemmstofffälle oder Grenzwertüberschreitungen bei Kontaminanten wie Dioxin, Aflatoxin usw.. Um die Bedeutung der Tiergesundheit und des Tierwohls zu unterstreichen, wurde bei den Kriterien, die diesen Bereich betreffen, die Einhaltung einer Mindestpunktzahl eingeführt. Sollte diese Mindestpunktzahl unterschritten werden, führt dies ebenfalls zu einem zusätzlichen Sonderaudit.
Informationen zu QM-Milch finden Sie auf der LVN-Homepage www.milchwirtschaft.de in der Rubrik „Landwirte“ unter dem Stichwort „QM-Milch“
LVN/Fritsch
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