Qualität der Produkte und Wettbewerbsfähigkeit sichern

25. April 2013

Qualität der Produkte und Wettbewerbsfähigkeit sichern

Die Ehrungen für hervorragende Leistungen der Molkereien und der Molkereifachleute des Jahres 2012 standen im Mittelpunkt der Frühjahrsveranstaltung des „Fachverband der Milchwirtschaftler in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt e. V.“ in Verden. Leo Heymann, Vorsitzender des Fachverbandes, begrüßte die rund 120 Gäste. Er ging in seiner Begrüßung auf die Situation und aktuellen Herausforderungen der Milchindustrie in Deutschland ein. Steigende Preise seien in allen Produktbereichen zu beobachten, die Nachfrage steige stetig. Marktbewegungen würde es vor allem auf den ausländischen Märkten geben. „Diese Entwicklung ist nicht neu, aber sie stellt die Branche vor große Herausforderungen“, so Heymann.

Milch stehe immer noch für Qualität, aber das Verbrauchervertrauen müsse erkämpft werden, erklärte Hans-Jürgen Schulz, Abteilungsleiter Fachabteilung Landwirtschaft, Gentechnik, Berufliche Bildung, Veterinärwesen im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt in seinem Grußwort. Schulz erinnerte an die Aflatoxin-Funde in Milch. „Wir haben aber Qualitätssicherungssysteme, die zu einer schnellen Aufklärung führen.“ Hans-Jürgen Schulz verwies auf die steigenden Preise bei Milch, warnte aber vor Euphorie: „Die Märkte bleiben volatil.“ Das erzeuge einen Wettbewerbsdruck, dem nur die leistungsfähigsten Betriebe standhalten könnten. Eine erneute Mengenregulierung bei Milch mache keinen Sinn. „Auf den globalen Märkten werden wir dadurch Marktanteile verlieren“, erklärte Schulz.

Udo Paschedag, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, räumte ein, dass die Eigenkontrollen durch die Futtermittelhändler nicht so funktioniert hätten wie gewünscht. „Wir werden das sorgfältig analysieren und Konsequenzen daraus ziehen“, so Paschedag. Ohne die funktionierende Eigenkontrolle der nachgelagerten Stufe, der Milchwirtschaft, wäre der Aflatoxinfall nicht entdeckt worden. Man müsse sich nun mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen. Das Kontrollpersonal werde auf jeden Fall verstärkt werden. Zum Thema Produktionsverzicht erklärte der Staatssekretär, dass dies zwar kein generelles Mittel zur Marktsteuerung sei, aber als Interventionsinstrument in Krisenzeiten tauge. Der freiwillige Produktionsverzicht sei nicht vom Tisch, hier werde die Bundesregierung und die europäische Ebene weiter prüfen müssen. Paschedag warnte davor, sein Heil im Export zu suchen. Die Selbstversorgerquote sei in vielen Ländern sehr hoch und nur auf den Export zielende Investitionen könnten scheitern.

„Wir brauchen die großen Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren“, forderte Heinz Korte, Vize-Präsident Landvolk Niedersachsen-Landesbauernverband e. V., und verwies darauf, dass Deutschland als Überschussregion auf Exporte angewiesen sei. In den Unterschussregionen würden die Preise gebildet. Die Futtermittelbranche sieht er in der Pflicht: „Ich erwarte hier eine enge Zusammenarbeit“, erklärte Korte. Die Milchbauern würden zurzeit investieren, denn die Milchwirtschaft entwickle sich weiter. Von einem freiwilligen Produktionsverzicht hält Korte nichts, da „vertrauen wir auf den Markt“, so der Vize-Präsident, der selbst aktiver Milcherzeuger ist.

Jan Heusmann, Vorstandsvorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Niedersachsen e. V. (LVN) ging ebenfalls auf den Aflatoxinvorfall von Anfang März 2013 ein. Er sprach den beteiligten Molkereien und dem Institut für Lebensmittelqualität der LUFA Nord-West ein großes Lob aus, da sie es schafften, sozusagen über Nacht die Beprobung von fast 1000 Milchviehbetrieben zu organisieren. Staatssekretär  Udo Paschedag dankte er für die differenzierten Äußerungen zu dem Vorfall, die der Milchwirtschaft den Rücken stärkten. Außerdem machte Jan Heusmann auf die aktuelle Befragung der LVN zur „Nachhaltigkeit in der Milchproduktion“ aufmerksam. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die niedersächsischen Milcherzeuger in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften gut gerüstet sind, man habe aber bisher nur wenige Informationen direkt von den Höfen gehabt und sei daher sehr gespannt auf das Ergebnis der aktuellen repräsentativen Befragung.

Über die Ausbildung der angehenden Molkereifachkräfte, über Meisterschulungen und Lehrgänge berichteten Dr. Reimer Jürgens, Institut für Lebensmittelqualität der LUFA Nord-West und Kerstin Pesch, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung der „Jahresbesten Molkereien“ und die „Auszeichnung der Fachleute“.

Den Wanderpreis und eine Ehrenurkunde des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhalten die folgenden Molkereien:

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Susanne Kleinhenz unter dem Titel „Wenn das Glück missglückt. Glück hat nur bedingt etwas mit Geld zu tun. Das jedenfalls wollen wissenschaftliche Untersuchungen herausgefunden haben. Bis 60.000 Euro Jahresgehalt steigt das Glücksempfinden, dann koppelt es sich vom Geldvermögen ab. Aber was ist eigentlich Glück? Und was hat Glück damit zu tun, welcher Typ Mensch ich bin? Susanne Kleinhenz, Expertin für Führungskommunikation, versuchte diese und andere Fragen in ihrem unterhaltsamen Vortrag zu beantworten.

Fachverband der Milchwirtschaftler in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt / LVN

Das könnte dich auch interessieren