Saatgut: Sterilisation mit Hilfe von beschleunigten Elektronen
Ein spezielles Überwachungssystem protokolliere die Qualität, so dass die höchste Wirkung bei optimaler Pflanzenverträglichkeit gesichert sei. Durch die physikalische Methode bildeten sich keine Schädlingsresistenzen, wie es bei der Verwendung von Antibiotika geschehen könne, hob das FEP hervor. Darüber hinaus würden keine Chemikalien benötigt, die belastend für die Umwelt und die Gesundheit des Anwenders sein könnten. In Deutschland sei die Wirksamkeit für viele Arten gegen unterschiedliche Krankheitserreger nachgewiesen worden und in langjähriger Zusammenarbeit mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) als geeignete Saatgutbehandlungsmethode für unterschiedliche Anbaubedingungen bestätigt worden. Neben dem JKI empfehle auch die Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) das Verfahren für die konventionelle als auch für die ökologische Landwirtschaft. Für die Anwendung stehe bereits ein mobiles System mit einer Stundenleistung von bis zu 30 t zur Verfügung. Bisher würden in Deutschland 4.000 t bis 5.000 t pro Jahr mit der Technologie behandelt. „Die Elektronenbehandlung von Saatgut ist technologisch ausgereift und in Sachsen bereits auf dem Markt. Eine Erweiterung der Methode auf die Sterilisation von Lebensmitteln ist technologisch auf jeden Fall machbar“, betonte FEP-Abteilungsleiter Frank-Holm Rögner. Im Lebensmittelbereich sei die Behandlung mit beschleunigten Elektronen in Deutschland bislang nicht gestattet. Eine aktuelle Studie der EU habe jedoch belegen können, dass beschleunigte Elektronen gegenüber konventionellen Sterilisationsverfahren keine negativen Auswirkungen auf die Lebensmitteleigenschaften hätten.
AgE
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