Tagung Schulverpflegung an der Fachhochschule Osnabrück

24. September 2009

Tagung Schulverpflegung an der Fachhochschule Osnabrück

Die Ernährungsexpertin aus Wien riet den rund 70 Teilnehmern aus Schule, Verwaltung und Politik, Kinder zu animieren, sich mehr mit der eigenen sinnlichen Wahrnehmung zu beschäftigen. Erwachsene und Kinder seien sich oft bewusst darüber, dass sich falsche Ernährungsgewohnheiten eingeschlichen hätten. Diese ließen sich aber mit rationalen Argumenten nicht ändern. „Wer die Ernährung umstellen möchte, muss helfen, das grundlegende Verhältnis zum Essen selbst zu verändern. Und dabei spielt der Genuss eine zentrale Rolle.“ Auch Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, forderte die Teilnehmer in seinem Grußwort auf, die Nahrungsmittel aus Niedersachsen, der größten Speisekammer Deutschlands, zu genießen.

Die Tagung Schulverpflegung, initiiert von der Fachhochschule Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, fand zum vierten Mal im WABE-Zentrum statt. Das WABE-Zentrum ist ein Versuchsbetrieb des Studienganges Ökotrophologie für Verbraucherinformation, Ernährung, nachhaltige Lebensmittelproduktion und Nacherntetechnologie. In diesem Jahr stellte die Tagung gleichzeitig die Auftaktveranstaltung der „Vernetzungsstelle Schulverpflegung am Standort Osnabrück“ dar.

Schulverpflegung – Theorie und Praxis

Wie vielschichtig das Thema „Schulverpflegung“ ist, zeigte schon die Anzahl von sieben Referenten. Während sich Prof. Dr. Ulrike Arens-Azevedo von der Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg und Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, für eine handlungsorientierte Ernährungserziehung und die praktische und professionelle Umsetzung der gerade überarbeiteten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung  aussprach, brachte Prof. Dr. Dietmar Bräunig von der Justus-Liebig-Universität Gießen Struktur in die betriebswirtschaftliche Modellvielfalt der Schulverpflegungstypen. Zentrale Frage sei für jede einzelne Schule „Eigenfertigung oder Fremdbezug?“. Dabei bräuchten die Schulen strategische und operative Unterstützungsleistungen, die durch die in Niedersachsen neu geschaffenen Vernetzungsstellen „Schulverpflegung“ zu koordinieren seien. Er empfiehlt Schulen, sich in einem Benchmarking-Club der Schulverpflegung auszutauschen und kontinuierlich zu verbessern.

Im weiteren Verlauf folgten Berichte über Praxisbeispiele, wie Männerkochen am Schulzentrum Wildbahn in Norden, Heilpflanzen im Schulunterricht, Schulmensabetrieb mit behinderten Beschäftigen sowie den aktuellen Stand zum Schulfruchtprogramm der EU. Das Programm wurde jüngst im Bundesrat für Deutschland beschlossen, die Umsetzung in Niedersachsen wird in der nächsten Zeit zu klären sein. In einigen Regionen Niedersachsens (z.B. Stade, Bremervörde) gibt es bereits seit längerer Zeit das Angebot eines kostenlosen Schul-Apfels.

Über ihre Forschungsergebnisse aus einer internationalen Studie zum Thema „Anteil an Bio-Nahrungsmitteln in der Schulverpflegung“ berichtete Prof. Dr. Carola Strassner von der Fachhochschule Münster.

In einer Begleitausstellung rund um die Thematik Schulverpflegung und Ernährungsbildung stellte auch die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. ihre praxisorientierten Projekte in Schulen, die weit über eine Schulmilchberatung hinaus gehen, vor. Das Angebot an Snack- und Shakeseminare überzeugte die Teilnehmer ebenso wie das Projekt „wir frühstücken“, welches Schüler und Lehrer dabei begleitet und unterstützt, ihre Frühstücksversorgung selber in die Hand zu nehmen. Schulen, die mit diesem Projekt arbeiten, tauschen sich regelmäßig in Workshops aus und besuchen sich gegenseitig. Mit einem Bonussystem für Milch und Milchprodukte kurbelt die LVN den Abverkauf in diesen Schulen erfolgreich an.

LVN/Licher

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